Auf dem Weg nach Deutschland verbrachten wir Anfang Juli ein paar Tage in Panama.
Schon beim Anflug und erst recht beim Blick aus dem Hotelzimmer zeigt sich die imposante Skyline von Panama City.
Panama City hat aber nicht nur Wolkenkratzer zu bieten sondern auch ein kleines aber feines historisches Zentrum:




Dieses Gebäude beherbergt das sehr interessante und schön gestaltete Kanalmuseum.
Auf einem der Plätze in der Altstadt fand gerade eine Gedenkveranstaltung für Simón Bolívar statt, bei dem Staatsbesuch aus Venezuela zugegen war. Auch aus Ecuador hat offensichtlich jemand einen Kranz gebracht (s. Bildmitte).
Von weitem sieht die Altstadt so aus:
Das bunte Objekt im Hintergrund ist das Museum der Biodiversität. Es wurde von dem berühmten Architekten Frank O. Gehry entworfen und lohnt sich eher der Architektur wegen als wegen der Ausstellung:

Das heutige Panama City könnte man eigentlich auch Panama 2.0 nennen, denn die Stadt wurde im 16. Jahrhundert ca. 15 km vom heutigen Stadtzentrum entfernt gegründet. Dann kam allerdings eines schönen Tages im Jahre 1671 ein gewisser Henry Morgan mit seinen Leuten, brannte alles nieder und raubte, was zu rauben war. Daraufhin gründeten die Spanier die Stadt woanders einfach neu. Was von Panama Viejo noch übrig ist, kann man heute besichtigen:

Mitten in der Stadt gibt es einen kleinen Berg namens Cerro Ancón. Oben steht nicht nur ein riesiger Fahnenmast, sondern man genießt einen großartigen Rundumblick auf die Stadt und den Panamakanal:


Das Gebiet, das man auf dem obigen Foto sehen kann, gehörte früher zur sog. Kanalzone, die von den USA verwaltet wurde. Im Vordergrund sieht man das Gebäude der Kanalverwaltung.
Die USA hatten Anfang des 20. Jahrhunderts die Abspaltung Panamas von Kolumbien unterstützt und sicherten sich dafür die Herrschaft über die Kanalzone. Unter Präsident Jimmy Carter wurde 1979 die Rückgabe der Kanalzone an Panama vereinbart und 1999 endgültig vollzogen.
Die Puente de las Américas überspannt den Pazifikausgang des Panamakanals.
Nach etwa einer Stunde Fahrt erreicht man das andere Ende des Kanals, wo er in die Karibik mündet. An beiden Enden wurden neue Schleusen gebaut, um den Kanal auch für noch größere Schiffe befahrbar zu machen. Diese Schleusen wurden wenige Tage vor unserem Besuch eingeweiht:
Die Schleusentore werden nicht mehr auf- und zugeklappt, sondern wie eine Schiebetür vor- und zurückgefahren. Außerdem gibt es große Becken, so dass das Wasser für mehrere Schleusendurchfahrten benutzt werden kann. Und so sieht das aus, wenn ein Schiff aus der Gegenrichtung in die alte Schleuse reinfährt:
Die Karibikküste von Panama ist dünn besiedelt. Historisch interessant ist der Ort Portobelo. Man mag kaum glauben, dass dieses feuchtheiße Wellblechdörfchen einmal ein wichtiger Punkt auf einer globalen Handelsroute war. Die Spanier brachten das Silber aus Peru und Bolivien nach Panama und dann wurde es über Land an die Karibikküste nach Portobelo transportiert. Dort wurde es wieder auf Schiffe geladen, die dann – meistens über Cartagena und Havanna – die kostbare Fracht nach Spanien beförderten. Heute erinnert nur eine kleine, eher schlecht erhaltene Festungsanlage an diese Zeiten. Aber immerhin lebt der Name des Ortes in der Bezeichnung der berühmten Portobello Road in London weiter.
In der Kategorie „Sonstiges“ sind vor allem die extrem bunten (und lauten) Busse erwähnenswert …

… außerdem eine Kirche an der Tankstelle …
… die panamaische Version des Heizpilzes …
… und ungewöhnliche Verkehrsschilder ….
Wir waren allerdings auch etwas erschrocken, wie vergammelt und vermüllt viele Straßen in Panama waren, hier zwei repräsentative Beispiele:

Im Kontrast dazu wirkte die Glitzerwelt in unserem Hotel (Hardrock Megapolis) ziemlich absurd:
Wir hatten ein Zimmer mit Poolblick … man sollte allerdings schwindelfrei sein:
So sah es auf Pool-Level aus:
Leider war die Dachterrasse nur abends zugänglich und mit hohen Glaswänden gesichert, die das Fotografieren etwas erschwerten – aber im 62. Stock ist das vielleicht auch besser so:
Übrigens gibt es in Panama auch Rum im Tetrapak zu kaufen:
… und falls den Saarländer in Panama das Heimweh plagt, findet er im Telefonbuch zumindest die Vorwahlen von Saarbrucken, Neunkirchen und Volklinger!



