Die Osterinsel (Rapa Nui) ist die einsamste Insel der Welt. Bis zum chilenischen Festland sind es rund 3500 km und bis zur nächsten bewohnten Insel (Pitcairn) über 2000 km. Es leben dort etwa 5800 Menschen, nahezu alle in dem einzigen Ort der Insel: Hanga Roa. Dort sind natürlich auch alle Hotels, Restaurants etc. Moais finden sich rund um die Insel. Da diese nur etwa 24km lang ist, kann man bequem in kurzer Zeit einmal rund fahren. Es kommt zwar jeden Tag ein Flugzeug – entweder aus Chile oder aus Tahiti – und bringt eine Ladung Touristen, aber trotzdem sind die Sehenswürdigkeiten und Restaurants nie überfüllt. Es gibt keine Hotelhochhäuser und keine Ferienwohnungssiedlungen. Auf der ganzen Insel herrscht eine sehr angenehme, entspannte Südseeatmosphäre. Das beginnt schon bei der Ankunft …
… am Flughafen und geht weiter …
… bei der Gepäckabfertigung …
… auf dem Spielplatz …
… am Hafen mit Moai …
… an einer der beiden Badebuchten in Hanga Roa …
… und auf dem Inselfriedhof, der an das alte Computerspiel „Monkey Island“ erinnert.
Blick auf Hanga Roa.
Hanga Roa – im Vordergrund die Flagge von Rapa Nui
Gegen Abend kommen die Meeresschildkröten in die Badebuchten von Hanga Roa. Diese hier verstand sich recht gut mit einem Hund, der gerne Tennisbälle aus dem Wasser fischte.
Das Wetter schwankte um die Ostertage zwsichen angenehm warm und bullenheiß. Ein gelegentlicher Regenguss störte dabei überhaupt nicht:

Die Preise auf der Insel sind allgemein sehr hoch. Besonders wenn man sich gerade an die 3-Dollar-Mittagessen in Ecuador gewöhnt hat, will man nicht so recht einsehen, dass man auf Rapa Nui kaum ein nennenswertes Essen unter 15 Dollar bekommt. Manche Restaurants bieten aber dafür auch richtig gute Qualität:
Dieses leckere Gericht aus weißem Thunfisch, Püree aus Camote (eine lilafarbene Süßkartoffel) und Mango-Chutney gab es – inklusive Sonnenuntergang direkt am Meer – im Restaurant Haka Honu (Tipp!). Wir haben insgesamt drei Unterkünfte kennengelernt. Unsere Empfehlung: Cabañas Ngahu – direkt am Meer, supernette Eigentümer und für Inselverhältnisse ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Hauptgrund für eine Reise auf die Osterinsel sind natürlich die weltberühmten Statuen – die Moais. Man geht davon aus, dass die Figuren etwa in der Zeit zwischen 1400 und 1600 n. Chr. errichtet wurden und dass sie Häuptlinge und Ahnen darstellen sollen. Die Moais stehen immer auf steinernen Podesten, den sog. Ahus. Die verschiedenen Standorte werden nach den Ahus benannt. Jakob Roggeveen, der am Ostersonntag 1722 die Insel entdeckte, fand noch intakte und zeremoniell genutzte ahus vor. Ende des 19. Jahrhunderts waren jedoch alle Anlagen zerstört bzw. die Moais umgestürzt. Es muss wohl zu einem plötzlichen Ende dieser Kultur gekommen sein. Erst mit der Expedition des Norwegers Thor Heyerdahl in den 1950er Jahren begann man, die Statuen wieder aufzurichten. Noch heute findet man viele umgestürzte Moais:
Die rundlichen Steine vor den umgestürzten Statuen sind die sog. Pukao, die aus rotem Stein gefertigt sind und entweder Hüte oder Haarknoten darstellen.
Der größte und spektakulär gelegene Ahu Tongariki misst 145m in der Länge und trägt 15 eindrucksvolle Statuen:


Gesichter der Ahnen?
Ahu Akivi ist die einzige Anlage, die weiter im Landesinneren steht und deren Moais in Richtung Küste gewandt sind. Alle anderen Ahus stehen meistens nahe am Meer und schauen Richtung Land.
Nachdem man in den siebziger Jahren Augen aus Korallenkalk gefunden hat, weiß man, dass viele Moais ursprünglich Augen hatten. Am Moai von Ahu Ko te Riku hat man nachgebildete Augen angebracht.
Fast alle Moais wurden am Krater Rano Raraku aus Tuffstein herausgemeißelt. Dort findet man heute jede Menge unfertige Figuren, die noch im Fels liegen, bzw. fertige Statuen, die aber nicht mehr abtransportiert wurden. Auch dies ist ein klares Indiz dafür, dass die Herstellung der Moais plötzlich aufgehört haben muss.
Viele Moais am Rano Raraku stehen wegen der jahrhundertelangen Erdablagerungen inzwischen bis zum Hals in der Erde
Hier liegt der größte jemals begonnene Moai mit 21,6m Länge. Er wurde aber nicht mehr fertiggestellt.
Die Moais sind eigentlich alle frei zugänglich, aber natürlich darf man sie nicht berühren.
Auch am Strand von Anakena – dem einzigen nennenswerten Sandstrand der Insel – stehen Moais:
Ahu Nau Nau
Weitere Eindrücke von der traumhaften Bucht von Anakena:


An der Südwestspitze der Osterinsel liegt der Krater Rano Kau. 
Der Kratersee ist mit Totora-Schilf bedeckt.
Auf dem Bergkamm zwischen Krater und Ozean liegt die Zeremonialstätte Orongo:

Hier oben wurde der sog. Vogelmannkult zelebriert. Derjenige Häuptling, dessen Untergebene das erste Rußseeschwalbenei der Saison auf den vorgelagerten Felsinseln fanden, wurde zum Vogelmann. Ihm wurden Zauberkräfte zugeschrieben und er lebte ein Jahr lang in Abgeschiedenheit. In Orongo kann man heute Zeremonialhäuser und Steinzeichnungen besichtigen – und natürlich den fantastischen Blick genießen, sogar vom Parkplatz aus:
Das ist übrigens der Nabel der Welt, Te Pito Te Henua – sagt zumindest der Mythos der Rapa Nui.
Bei Tahai trifft man sich zum Bestaunen des Sonnenuntergangs:


Schließlich sollte unbedingt noch erwähnt werden, dass die Osterinsel sogar eine eigene Brauerei hat 🙂
Leider war sie für eine Besichtigung nicht zugänglich :-(.



