Gut zwei Stunden südlich von Quito liegt die Stadt Ambato. Sie ist bekannt für die „Fiesta de las Flores y las Frutas“, die an Fastnacht stattfindet. Highlight der Festwoche ist ein Umzug mit Motivwagen, die reichlich mit Blumen und Früchten verziert sind und von einer oder mehreren Schönheitsköniginnen gekrönt werden:
Die Pickelhauben gelten übrigens nicht als Verkleidung, sondern gehören zur offiziellen Ausgehuniform einer in Ambato stationierten Einheit der ecuadorianischen Armee.



Zwischen den Wagen präsentieren sich die – meist sehr bunten – Tanzgruppen:


Man sollte sich auf jeden Fall einen Stuhl reservieren, denn die Gehwege werden dicht an dicht bestuhlt. Man kann sich also nicht einfach an den Straßenrand stellen. In unserem Fall hat das Hotel Stühle für die Gäste rausgestellt.
Hier lagert die Plastikstuhlreserve.
Sobald der Umzug zu Ende ist, geht die Schaumschlacht los. Mit sog. Carioca (Sprühschaum aus Dosen) wird bis zur völligen Verschäumung gekämpft. Wer nicht nass werden will, sollte sich schnell in einem Restaurant oder im Hotel in Sicherheit bringen und beim Autofahren die Fenster geschlossen halten.
Am Rosenmontag gab es dann auch noch einen nächtlichen Umzug mit den gleichen, diesmal aber beleuchteten Motivwagen und den gleichen, diesmal aber eher brasilianisch-karnevalesk gekleideten „Reinas“ und „Misses“:
Im Museum am Hauptplatz gab es auch einige Blumenkreationen zu bewundern:

Neben dem Karnevalstreiben gab es eine Vielzahl von Konzerten und Events in der Stadt, wie z. B. eine Meerschweinchen-Show. Hier präsentierten die Züchter ihre Prachtexemplare in maßgeschneiderten Kostümen:

Historisch gesehen ist Ambato bekannt als Heimatstadt des politischen Schriftstellers Juan Montalvo, der im 19. Jahrhundert – meist aus dem Exil – gegen die konservativ-autoritäre Herrschaft des Präsidenten Garcia Moreno anschrieb. Heute kann man sein Haus und sein Mausoleum besuchen.
Ambato wurde 1949 von einem Erdbeben fast völlig zerstört und heute dominieren architektonische Missgriffe in allen Variationen die Stadt. Die bauliche Tristesse wird allerdings von einigen sehr eindrucksvollen Fassadengemälden durchbrochen:

Auch die Kathedrale ist noch ganz interessant:
Und die Zuckerwatteverkäufer sorgen für Farbtupfer im Stadtbild:
Viva Ambato!

Der Heimweg war auch wieder sehr interessant … hinten mitfahren!
