In den Herbstferien wollten wir mal den richtigen Dschungel sehen. Also sind wir in den Nordosten des Landes, ins Cuyabeno Reservat gefahren. Zuerst muss man nach Lago Agrio (5-6h von Quito), dann zwei Stunden bis zur Anlegestelle am Rio Cuyabeno und danach fährt man zwei Stunden mit dem Boot bis zur Lodge (in unserem Fall die Jamu Lodge).
In Lago Agrio gibt es nicht viel zu sehen. Die Stadt lebt vom Öl, das in dieser Gegend reichlich vorkommt.
Einen Nachmittag kann man aber auch hier mit Kindern ganz angenehm verbringen, denn es gibt einen großen Park mit Spielplätzen und einem Jahrmarkt …

… mit dem schönen deutschen Namen „Lorelay Parck“.
Im Hotel D`Mario, wo wir übernachtet haben, gibt es einfache Zimmer und interessante Fliesendekoration an der Wand:

Knapp zwei Stunden von Lago Agrio führt eine Brücke über den Rio Cuyabeno. Von dort starten die Boote, die die Touristen zu den Lodges rund um die Laguna Grande im Cuyabeno-Nationalpark bringen. Wenn Gepäck, Vorräte und Benzin an Bord ist, kann es losgehen:
Zu den weiter flussabwärts gelegenen Dörfern führen keine Straßen. Alles muss mit dem Boot transportiert werden – auch das neue Schlafzimmer:
Die Jamu Lodge bietet einfache Zimmer, einen Gemeinschaftsraum mit Bar und Hängemattenplätzen – insgesamt empfehlenswert.

Die meiste Zeit verbringt man im Motorkanu auf der Suche nach Affen, Vögeln, Flussdelfinen und sonstigen Urwaldbewohnern.
Einige davon ließen sich auch fotografieren:
… Wollaffen …
… ein Reiher …
… erst einer …

… dann zwei …

… dann drei …
… dann vier Aras.
Andere Tiere sahen wir während der Landgänge durch den Wald:
… zum Beispiel (essbare!) Termiten …
… bull spider (den deutschen Namen habe ich bis jetzt nicht herausgefunden) …
… Mini-Kröten …
… riesige Taranteln …
… kleine Schlangen: hier eine Boa …
… und Tukane, hier vermutlich ein sog. Halsbandarassari.
Auch die Pflanzenwelt zeigt so mache Kuriosität:


Wir haben aber nicht nur Flora und Fauna kennen gelernt, sondern auch ein Dorf besucht:
Dort leben etwa 30 Einwohner in solchen Häusern:
Aber es gibt einen Fußballplatz mit Tribünen:
… und eine Kneipe:
Marisol, eine Bewohnerin des Dorfes, hat uns gezeigt, wie man Yuca-Brot backt. Das ist eine Art Fladenbrot, das nur aus Yuca (auch Maniok oder Cassava genannt) besteht:
Man zieht die Knolle aus der Erde …
… schält, wäscht und raspelt sie …

… dann wird die Flüssigkeit rausgepresst …
… und schon kann man ohne weitere Zutaten daraus Fladen backen. Diese sind getrocknet lange haltbar und gehören zu den Grundnahrungsmitteln der lokalen Bevölkerung.
Außerdem besuchten wir noch den örtlichen Schamanen, der uns seine Rituale demonstrierte. Dazu muss man sich mit Achiote (der Frucht des Annattostrauches) die Geschichter rot anmalen.

Zum Abschluss demonstrierte er uns noch, wie man mit dem Blasrohr umgeht:
Besonders schön – vor allem am Abend – ist die Laguna Grande, ein paar Bootsminuten von der Lodge entfernt:
In diesem großen See, in dem man übrigens auch schwimmen kann, wachsen viele Bäume im Wasser. Nur 1-2 Monate pro Jahr liegt die Lagune trocken.
Der Sonnenuntergang auf der Laguna ist wundervoll: 




Auf dem Rückweg haben wir noch einmal in Papallacta übernachtet. Dort haben wir eine kleine Wanderung gemacht …
… und zum ersten Mal den Antisana in seiner ganzen Pracht bewundern können:
Das Letzte: In der Hosteria El Reventador (von Übernachtung wird abgeraten) gibt es Fleisch, das man lesen kann … oder kann das Fleisch lesen?
Das Allerletzte: Gruselclowns oder so schön kann Mülltrennung sein …
