Schwein mit Aussicht
Hinten drin mitfahren
Unser Haus (genau in der Bildmitte) mit 40x Zoom aus ca. 4 km Entfernung
Archiv für den Monat: Januar 2019
Botanischer Garten in Quito
Rosenplantage
Auf dem Weg nach Papallacta haben wir eine Rosenplantage besichtigt. Die Rosen werden in Gewächshäusern gezüchtet, weil es nicht auf sie regnen darf.
Auf dieser Plantage werden sie dann mit Pferdewagen zum Verpacken gebracht:
Die Rosen werden nach Farbe, Qualität und Länge sortiert und für den Export verpackt:

Rosen sind eines der Hauptexportprodukte Ecuadors.
Bolivien
Unser Reiseziel für die Weihnachtsferien 2018/19 hieß Bolivien.
Zuerst verbrachten wir einige Tage in La Paz, flogen von dort nach Sucre und fuhren dann im Mietwagen durchs Land, bis wir wieder in die Hauptstadt zurückkehrten. La Paz ist sicherlich keine „schöne“ Stadt. Die Altstadt ist über weite Strecken verbaut und heruntergekommen bis auf eine hergerichtete Straße:
Es gibt wenig Grün und da die Stadt auf einer Höhe von 3600 bis 4000 m liegt, ist das Klima auch nicht immer angenehm, aber interessant ist es doch, zum Beispiel wegen der Leute:



Rund um die Calle Linares gibt es nicht nur die üblichen bunten artesanias zu kaufen, sondern auf dem Hexenmarkt auch Utensilien für Magie und Rituale. Dazu gehören neben allerlei Kräutern und Tinkturen auch mumifizierte Lamababies:
Mit solchen Opfergaben versucht man das Schicksal/die Götter/die Dämonen(?) gnädig zu stimmen und die Erfüllung von Wünschen zu fördern:

Typische Straßenszenen:
Wir haben schon manche Kabelsalate gesehen, aber La Paz bzw. Bolivien generell spielt in dieser Liga sicherlich ganz oben mit:


Ein Muss in La Paz ist der Tagesausflug ins weltberühmte Tiahuanaco/Tiwanaku. Dort war das Zentrum der gleichnamigen Kultur, die zwischen 300 v. Chr. und 1000 n. Chr. eine hoch entwickelte Zivilisation und ein großes Reich bildete, das Gebiete des heutigen Peru, Bolivien, und Chile umfasste. Tiahuanaco gilt als Vorläufer der Kultur der Inkas.
Das bekannte Sonnentor, das aus einem Gesteinsblock gehauen wurde mit dem Schöpfergott Viracocha im Zentrum.

Bis heute können sich die Archäologen nicht erklären, wie es den Menschen aus Tiahuanaco möglich war, das beim Tempelbau verwendete Andesit-Gestein so exakt zu schneiden.
Ein weiteres Muss in La Paz ist die Stadtrundfahrt per Seilbahn. In den letzten Jahren wurden Seilbahnen (Teleférico) für den öffentlichen Nahverkehr kreuz und quer durch die Stadt gebaut. Wie bei einer Metro gibt es verschiedenfarbige Linien und die Gondeln fahren im Sekundentakt. Auf diese Weise kann man die eindrucksvolle Lage der Stadt von oben bewundern.
Auf dem Hochplateau oberhalb von La Paz ist auf über 4000 Metern eine eigene Stadt entstanden mit dem bezeichnenden Namen „El Alto“, ein Moloch aus roten Ziegelsteinen, Minibussen und Staub.
Zum Glück gibt es den Teleférico, mit dem man über die Dächer hinwegschweben kann.
In El Alto liegt auch der Flughafen von La Paz – eingerahmt von Sechstausendern.
Mit Boliviana de Aviación ging es von dort aus nach Sucre.
Sucre
Im Gegensatz zu La Paz hat Sucre eine wunderschön erhaltene koloniale Altstadt und auf ca. 2500m gelegen ein sehr angenehmes Klima. Sucre ist sozusagen die „Ehrenhauptstadt“ Boliviens. Die Regierung befindet sich zwar komplett in La Paz, aber Sucre hat den Obersten Gerichtshof und den Titel. Das ist für Ecuador sehr praktisch, denn so ist La Paz nominell keine Hauptstadt und deshalb darf Quito das Etikett „höchstgelegene Hauptstadt der Welt“ tragen.




Zwischen Sucre und dem Bistum Trier gibt es übrigens eine intensive Verbindung, da der Erzbischof von Sucre von 1951-1983, Josef Clemens Kardinal Maurer (s.o.), aus dem Bistum Trier, genauer gesagt aus dem saarländischen Püttlingen stammte.
Von Sucre aus ist in etwa einer Stunde der Ort Tarabuco zu erreichen, wo es sonntags einen großen Markt gibt, zu dem die Bewohner der umliegenden Dörfer kommen. Teilweise werden auch noch traditionelle Trachten getragen.





Das Warenangebot umfasst u.a. selbstgedrehte Zigaretten und reinen Trink(!)alkohol …
… Cocablätter und die fürs Kauen benötigten Utensilien …
… Zuckerplättchen und kopierte Geldscheine für die Opfertische … 
… Schuhe aus Autoreifen …
… Kuhköpfe …
… und Holzpflüge:
Ob der Fernseher zu verkaufen war, konnten wir nicht feststellen:
Abseits vom Marktgeschehen scheint in Tarabuco die Zeit stehengeblieben zu sein:
Aber es gibt auch einen ganz modernen Spielsalon und Graffiti:

Potosí
Den Jahreswechsel verbrachten wir in Potosí, der einstmals reichsten Stadt der Welt. Aus diesem Berg, dem Cerro Rico, ließen die Spanier im 16. und 17. Jahrhundert gigantische Mengen an Silber herausholen:
Leider war die berühmte Casa de la Moneda wegen Neujahrsfeiertag geschlossen. Sie ließen uns nur einen kurzen Blick in den ersten Innenhof werfen:


An den Kirchenfassaden kann man noch den früheren Reichtum erkennen.
Den Bergbau gibt es bis heute, aber er ist kaum noch lukrativ. Die mineros arbeiten in Kooperativen und graben vor allem nach Zinn. Mörderisch ist die Arbeit aber auch heute noch. Sicherheitsvorkehrungen gibt es kaum. Die Arbeiter atmen Unmengen an Staub ein und hantieren mit giftigen Substanzen. Um den Arbeitstag durchzustehen, kaut man Cocablätter. In den Läden und Märkten der Stadt gibt es entsprechenden Bergarbeiterbedarf. Abraumhalden „zieren“ die Umgebung des Cerro Rico.




Am 1. Januar veranstalteten die Bewohner des Viertels San Benito in Potosí einen Umzug mit ihrer Jesusfigur. Viele Häuser stellen Altäre auf die Straße. An diesen stoppt die Prozession und der Pfarrer spricht ein Gebet. Rund herum gibt es Jahrmarktattraktionen.




Das bolivianische Karussell braucht sich hinter dem kubanischen (vgl. Januar 2016) und dem nicaraguanischen (vgl. April 2018) nicht zu verstecken.
Wer am 1. Januar in Potosí strandet, sollte vorher eingekauft haben, denn fast alle Restaurants sind geschlossen. Nur Kuchen gibt es genug:
Die Strecke von Potosí nach Uyuni ist landschaftlich sehr beeindruckend:

Uyuni
Die Stadt Uyuni liegt auf einer kahlen Hochebene und hat außer Tourismus-Agenturen nichts zu bieten.
Die große Attraktion ist der nahegelegene Salar de Uyuni, der Touristenströme aus der ganzen Welt anzieht. In der Nähe des Eingangs zum Salar bei dem Ort Colchani gibt es einige Salzhotels. Wir waren im Luna Salada. Es ist komplett aus Steinsalz aus dem Salar gebaut. Auch der Fußboden in den Fluren und ein Großteil der Dekoration besteht aus Salz.
Wir haben eine Tagestour auf dem Salar gemacht. Das ist die Einfahrt.
Danach eröffnen sich über 10.000 km² Salzwüste:





Hier werden Salzblöcke als Baumaterial geschnitten.
Oruro
Unsere letzte Station vor dem Heimflug von La Paz war die Bergarbeiterstadt Oruro. Sie ist berühmt für ihren Karneval, ist aber ansonsten bestenfalls für einen kurzen Zwischentopp geeignet. Schön ist die Statue der „Virgen del Socavon“, wörtlich übersetzt die Jungfrau des Schachts.
Außerdem gab es einen Markt mit traditonellem Essen …
… ein Monument, das an eine Bergarbeiterrevolte erinnert …
… und einige skurrile Gebäude …
Wegen der Regenzeit bildeten sich in den Außenbezirken von Oruro entlang der Straßen Tümpel aus Dreck und Müll. Auf dem Foto sieht man keineswegs eine aufgegebene Baustelle, sondern so sehen normale Wohnstraßen aus:
Sonstiges
Darunter fällt – natürlich auch in Bolivien – die Kategorie „Hinten Mitfahren“:



Außerdem: Menschen …
Farben:

Landleben:
… und die Rechnung:







