Fastnacht im Oriente

Das verlängerte Wochenende um Fastnacht haben wir für einen Kurzurlaub im „Dschungel“ genutzt. Wenn man von Cumbayá aus nach Osten fährt, überquert man zuerst die Berge beim Kurort Papallacta und dann geht’s runter. Meter für Meter nehmen Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu. In der Lodge „Hakuna Matata“ (recht teuer, aber schon noch empfehlenswert) zwischen Archidona und Tena hatten wir uns ein Zimmer reserviert:P1050103

Zur Lodge gelangt man nur über eine mehr oder weniger löchrige Hängebrücke. Es kommt zwar nur selten vor, aber es gibt Situationen, da wünscht man sich doch ein kleineres Auto:P1050232

Die Umgebung der Hakuna-Matata-Lodge ist zwar noch nicht wirklich Dschungel, aber es fühlt sich schon ein wenig so an und natürlich ist die Vegetation ganz anders als oben in den Bergen von Quito:P1050137P1050128Es gibt skurrile Pflanzen … P1050129
… Kakao …
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… hängende Nester (von was weiß ich gerade nicht mehr) …P1050141
merkwürdige Gespinste …P1050142
… und riesige Palmen.

Ein Ausflug führte uns an den Rio Napo, ein Zufluss zum Amazonas. Dort fährt man mit sog. lanchas, also langen, schmalen Holzbooten mit Außenbordmotor. Wir ließen uns von der Bootsanlegestelle Puerto Ahuano zur Tierauffangstation „AmaZOOnico“ fahren. Dort werden beschlagnahmte, illegal gefangene Tiere auf ihre Auswilderung vorbereitet oder wenn dies nicht mehr möglich ist, erhalten sie dort einen artgemäßen Lebensraum und werden von den freiwilligen Helfern versorgt. P1050166 P1050205 P1050203P1050186

An der Anlegestelle, wo auch eine Autofähre den Fluss überquert, geht es ganz gemütlich zu:P1050151x P1050220 P1050217P1050214Ein almuerzo, also das „Tagesmenü“, kostete hier – wie meistens – 3 Dollar und als Vorspeise gab es – wie meistens – eine Hühnersuppe, diesmal allerdings besonders reichhaltig.P1050215Aber es geht doch nichts über ein Eis zum Nachtisch!

Nach dem Ausflug auf dem Rio Napo besuchten wir den Ort Misahualli. Die Anfahrt führte uns – mal wieder – über eine schwankende Hängebrücke. Die Fußgänger ziehen beim Vorbeifahren einfach ein wenig den Bauch ein, dann passt das schon:P1050221Misahualli ist wohl so etwas wie die Karnevalshochburg der Region. Jedenfalls sah man die Spuren der Party der letzten Nacht noch deutlich und der kleine Ort war voller Menschen. Marktstände aller Art gab es natürlich auch:P1050225 P1050226 P1050227Was hier hängt ist Maito. Darin wird hier der Fisch eingewickelt und auf den Grill gelegt, siehe unten:
P1050254 P1050255Pause machen und am Handy spielen … immer sehr beliebt.P1050272
Zu Fastnacht ist es hier üblich, dass man sich mit Schaum aus Dosen besprüht.P1050274Autovermietung gegen geringe Gebühr – Führerschein nicht erforderlich!

Schräg gegenüber von Misahualli auf der anderen Flussseite gibt es eine Gemeinschaft von Indigenen, die davon leben, dass sie den Touristen ihre traditionelle Lebensweise zeigen. Es gibt Tanz, chicha, Urwaldtiere und jede Menge Souvenirs:P1050288P1050287P1050293 P1050284  Berufsbedingt interessierte uns natürlich auch die Schule des Dorfes und die Besichtigung war aufgrund der offenen Bauweise inklusive. P1050282P1050283Über der Tafel die Begrüßung auf Spanisch und Quechua und an der Wand die Reihe der wichtigen Persönlichkeiten, von den Inka-Fürsten bis zu den ecuadorianischen Präsidenten. Der aktuelle fehlte allerdings. Dessen Ablichtung gab es dafür im Restaurant … scheint wohl mal da gewesen zu sein:P1050318

Das folgende kommt dabei raus, wenn man dem Parkplatzwächter in Misahualli sagt, was für ein Auto man geparkt hat, weil man noch keine Nummernschilder hat:P1050320„For Splorad“ = Ford Explorer !?

Außerhalb von Tena fährt man an diesem skurrilen Gebäude vorbei:P1050321Wir dachten zuerst, es wäre die Investitionsruine eines gescheiterten Hoteliers, aber es war wohl eine Universität!P1050324Sie kann allerdings nicht lange in Betrieb gewesen sein.