40 Jahre Damas Alemanas

Ende April feierte der Wohltätigkeitsverein der Damas Alemanas sein 40jähriges Bestehen. Dafür stellte eine Dama ihr mehrere Hektar umfassendes Anwesen zur Verfügung.P1180899Manu hat nicht nur einen Großteil der Organisation übernommen, sondern auch noch die Motivtorte beigesteuert:P1190195Der deutsche Botschafter gratulierte der Vorsitzenden …P1190230… und obwohl das Wetter es zu Anfang nicht besonders gut gemeint hatte, wurde noch bis in die Nacht gefeiert:P1190295

Nicaragua

Die Osterferien 2018 verbrachten wir in Nicaragua. Nach der langen Anreise mit Übernachtung in Bogotá entspannten wir uns zunächst mal im Hotel Camino Real in Managua. P1170564Danach fuhren wir Richtung Norden. Erste Station war der kleine Ort Ciudad Darío. Dort wurde der nicaraguanische Nationaldichter und Nobelpreisträger Rubén Darío geboren. Sein Geburtshaus steht noch und kann besichtigt werden:P1170616P1170603In der Vitrine sieht man eine Nachbildung seiner Diplomatenuniform, in der er oft abgebildet wird (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ruben_Dario#/media/File:Rub%C3%A9n_Dar%C3%ADo-2.jpg).

Dann ging es weiter nach Matagalpa. Die Stadt liegt in der Kaffeeanbauregion Nicaraguas. Sie ist auch bekannt als Geburtsort von zwei Begründern der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN), Tomás Borge und Carlos Fonseca:P1170638Ebenfalls im Norden des Landes liegt die Stadt Estelí. Sie galt als Hochburg der Sandinisten und wurde im Bürgerkrieg sogar von der Luftwaffe der Somoza-Diktatur bombardiert. Heute gibt es in Estelí viele Wandgemälde zu sehen. Einige davon beschäftigen sich mit Diktatur und Revolution und wurden teilweise als soziale Projekte mit Kindern und Jugendlichen realisiert:P1170773 P1170778 P1170779Die neueren Wandgemälde sind weniger politisch:P1170832P1170831P1170772 P1170813Die Casa de la Cultura trägt noch die Einschusslöcher aus der Zeit der revolutionären Kämpfe:P1170705
Innen gibt es das ärmlichste Museum, das wir bis dahin gesehen hatten:P1170679 P1170681 P1170683P1170702Etwas außerhalb von Estelí gibt es einen schönen Wasserfall, der während der Trockenzeit allerdings wenig Wasser führt:P1170748

Auf dem Weg nach León zeigte sich der Vulkan Momotombo in seiner perfekten Form:P1170863Etwa eine halbe Stunde von León entfernt liegt im Ort Chichigalpa die größte Rum-Destillerie des Landes: Flor de Caña. Dort mussten wir natürlich an einer Führung teilnehmen. Hier sieht man die Fasswerkstatt:P1170910P1170916

León ist eine interessante, traditionsreiche Stadt mit kolonialem Zentrum: P1170986P1170982Das Hotel „El Convento“ ist empfehlenswert – vor allem wegen seines wunderschönen Innenhofs:P1170957 P1170958

Auch in León spielt die revolutionäre Geschichte eine wichtige Rolle. Das Revolutionsmuseum ist allerdings in einem so erbärmlichen Zustand, dass es die Casa de la Cultura in Estelí leicht in den Schatten stellt. Wir haben uns gefragt, ob es an den fehlenden finanziellen Mitteln oder am fehlenden Verständnis für Präsentation liegt oder ob es sogar ein Konzept ist:P1170994P1170997P1170998P1180011P1180012P1180013Auch León verfügt über einige historisch-politische Wandgemälde, die meist an den Kampf gegen die Diktatur erinnern:P1180023P1180022Kurz nachdem wir Nicaragua verlassen hatten, kam es in vielen Städten des Landes zu gewaltsamen Demonstrationen gegen die zunehmend autoritäre Regierung von Daniel Ortega. Wir waren sehr erschrocken, als wir in den Nachrichten das Wandgemälde wiedererkannten, das wir zwei Wochen vorher in León fotografiert hatten: c67427d1d76cf2afe34e354bfd6db3f6[https://www.elnuevodiario.com.ni/nacionales/461709-inss-incendios-protestas-nicaragua/]

León ist bekannt für die Feierlichkeiten in der Semana Santa. Insbesondere am Karfreitag werden viele Jesus-, Maria- und Heiligenfiguren durch die Straßen getragen:P1170972 P1170975 P1170979
Manche müssen auch mal im Nebenzimmer auf ihren Auftritt warten:P1170987Besonders beeindruckend ist ein Brauch im Barrio Sutiava westlich des Stadtzentrums. Dort gestalten die Bewohner Motivteppiche aus gefärbten Sägespänen auf der Straße. Den ganzen Karfreitag arbeiten die Menschen an diesen Bildern, um sie Jesus zu Füßen zu legen. Am späten Abend geht nämlich die große Karfreitagsprozession über die Teppiche drüber:P1180031P1180069P1180055P1180167P1180053P1180046P1180158Das ganze ist natürlich ein Riesenspektakel. Im Laufe des Nachmittags drängen sich immer mehr Schaulustige in der kleinen Straße und im Gegensatz zur asketischen Karfreitagstradition in Deutschland wird hier auch gut gegessen und viel getrunken:P1180156P1180112 P1180108Sehr häufig sieht man in Nicaragua Leute, die mit Strohhälmen aus Plastiktüten trinken. Man füllt die Softdrinks aus großen Flaschen ab und verkauft die kleinen Portionen in Tüten. Eine andere Geschäftsidee ist, eine große Pizza zu kaufen und sie auf der Straße in einzelnen Stücken weiterzuverkaufen:P1180113P1180115P1180116
Hier kann man gekochte Bohnen und Brennholz kaufen – und natürlich gibt es auch Souvenirs:P1180032Sie hat sich schon fein gemacht für den Abend:P1180170
Er ist in all dem Trubel beim Brötchenessen eingeschlafen:P1180079

Ostersamstag und Ostersonntag verbrachten wir dann erholsam am Strand in Las Peñitas im sehr empfehlenswerten Aaki Hotel: P1180282P1180204P1180211P1180293P1180301Irgendwie hat sich in dieses nicaraguanische Strandkaff ein deutsches Feuerwehrauto der Marke „Industrieverband Fahrzeugbau der DDR“ mit Hamburger Kurzzeitkennzeichen verirrt:P1180287

Die Touristenhochburg des Landes ist die Stadt Granada am Nicaragua-See – und zwar zu Recht, denn dieses wundervolle Kolonialstädtchen ist an sich schon fast die Reise wert:P1180393P1180390

P1180517P1180422P1180421Was wirft einen viereckigen Schatten?

Neben viereckigen Baumschatten gibt es jede Menge zu entdecken, wie z. B. Kunst und Kunsthandwerk …P1180476P1180470P1180453P1180448
… eine Hängemattenwerkstatt …P1180407P1180404P1180406… traditionelle Transportmittel und ungewöhnliches Transportgut …P1180556P1180567… schöne Hauseingänge und Innenhöfe …P1180641
… Käse- und Sahnegeschäfte, die leider keinen Käse und keine Sahne haben …P1180768
… Essig in Plastiktüren und eingelegte Zwiebeln aus großen Bottichen auf dem Markt …P1180636P1180637… die Druckwerkstatt im Casa de los tres mundos …P1180524… und eine sehr interessante Fahnenkombination: Staatsflagge Nicaraguas + Staatsflagge des Vatikans + schwarz-rote Flagge der sozialistischen FSLN:P1180544

An einer Ecke ganz in der Nähe unseres Ferienhauses sah ich eine ältere Straßenhändlerin mit blauem Stuhl und blauem Schrank, die mir irgendwie bekannt vorkam:P1180402Bitte hier klicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Nicaragua#Wirtschaft

Ganz in der Nähe von Granada liegen im Nicaragua-See hunderte von kleinen Inseln, die sog. „Isletas“. Auf einigen von ihnen haben sich die obersten 0,1% ihre Ferienhäuser gebaut: P1180672 P1180694 P1180697 P1180725Leider hat Nicaragua aber auch ein gravierendes Müllproblem. Überall, ob in den Städten oder entlang der Landstraßen oder – wie hier – am Seeufer sammelt sich Plastikabfall und niemand kümmert sich darum:P1180762

Etwa eine halbe Stunde von Granada entfernt befindet sich der Vulkan Masaya. Das Besondere an diesem Vulkan ist, dass man mit dem Auto bis zum Gipfel fahren und dann oben in den Krater reinschauen kann:P1180571 P1180574

Ebenfalls in der näheren Umgebung von Granada liegt die Laguna de Apoyo … P1180593… und Niquinohomo, der Geburtsort des allgegenwärtigen nicaraguanischen Nationalhelden Augusto Cesar Sandino. Dort kann man das Haus besichtigen, in dem er aufgewachsen ist und natürlich gibt es eine riesige Statue:P1180615P1180614Wer mit einem 40-Fuß-Container angereist ist, kann im Dorf Catarina nette kleine Baumscheiben erwerben:P1180606P1180608

Im Gegensatz zu León und Granada zieht die Hauptstadt Managua nur wenige Touristen an und man merkt auch relativ schnell warum. Managua wurde 1972 von einem Erdbeben fast völlig zerstört. Als Mahnmal dafür hat man die zerstörte Kathedrale stehen lassen:P1180840Es gibt also kein historisches Zentrum, keine gewachsenen Strukturen, sondern viele breite Straßen, hunderte überdimensionierte Werbetafeln und Geschäftshäuser wechseln sich mit Bretterbudensiedlungen ab. Man muss Managua allerdings zugute halten, dass es relativ grün ist. Außerdem gibt es mehrere tausend bunt gestrichene Bäume aus Metall, die die Präsidentengattin und Vizepräsidentin Rosario Murillo hat aufstellen lassen. Die meisten Menschen in Nicaragua sehen darin zu Recht eine sinnlose Geldverschwendung. Andererseits gibt es aber auch interessante Ansichten:P1180824 P1180826Auf einem Hügel mitten in der Stadt thront Sandinos Silhouette:P1180811

Zum Schluss darf natürlich die Kategorie „Hinten mitfahren“ nicht fehlen. Wir haben noch in keinem Land so viele Hintenmitfahrer wie in Nicaragua gesehen. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl:P1180377P1180371P1180375P1180024P1170618An den Bussen hängen oft professionelle Hintenmitfahrer. Sie öffnen die Türen und kümmern sich um die Be- und Entladung – auch während der Fahrt.P1170632
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Und ganz zum Schluss noch einige unzusammenhängende Eindrücke …P1170969P1170709P1170830P1180418P1170869P1180388P1170669P1180015P1170636