Ende April feierte der Wohltätigkeitsverein der Damas Alemanas sein 40jähriges Bestehen. Dafür stellte eine Dama ihr mehrere Hektar umfassendes Anwesen zur Verfügung.
Manu hat nicht nur einen Großteil der Organisation übernommen, sondern auch noch die Motivtorte beigesteuert:
Der deutsche Botschafter gratulierte der Vorsitzenden …
… und obwohl das Wetter es zu Anfang nicht besonders gut gemeint hatte, wurde noch bis in die Nacht gefeiert:
Archiv für den Monat: April 2018
Nicaragua
Die Osterferien 2018 verbrachten wir in Nicaragua. Nach der langen Anreise mit Übernachtung in Bogotá entspannten wir uns zunächst mal im Hotel Camino Real in Managua.
Danach fuhren wir Richtung Norden. Erste Station war der kleine Ort Ciudad Darío. Dort wurde der nicaraguanische Nationaldichter und Nobelpreisträger Rubén Darío geboren. Sein Geburtshaus steht noch und kann besichtigt werden:
In der Vitrine sieht man eine Nachbildung seiner Diplomatenuniform, in der er oft abgebildet wird (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ruben_Dario#/media/File:Rub%C3%A9n_Dar%C3%ADo-2.jpg).
Dann ging es weiter nach Matagalpa. Die Stadt liegt in der Kaffeeanbauregion Nicaraguas. Sie ist auch bekannt als Geburtsort von zwei Begründern der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN), Tomás Borge und Carlos Fonseca:
Ebenfalls im Norden des Landes liegt die Stadt Estelí. Sie galt als Hochburg der Sandinisten und wurde im Bürgerkrieg sogar von der Luftwaffe der Somoza-Diktatur bombardiert. Heute gibt es in Estelí viele Wandgemälde zu sehen. Einige davon beschäftigen sich mit Diktatur und Revolution und wurden teilweise als soziale Projekte mit Kindern und Jugendlichen realisiert:
Die neueren Wandgemälde sind weniger politisch:

Die Casa de la Cultura trägt noch die Einschusslöcher aus der Zeit der revolutionären Kämpfe:
Innen gibt es das ärmlichste Museum, das wir bis dahin gesehen hatten:

Etwas außerhalb von Estelí gibt es einen schönen Wasserfall, der während der Trockenzeit allerdings wenig Wasser führt:
Auf dem Weg nach León zeigte sich der Vulkan Momotombo in seiner perfekten Form:
Etwa eine halbe Stunde von León entfernt liegt im Ort Chichigalpa die größte Rum-Destillerie des Landes: Flor de Caña. Dort mussten wir natürlich an einer Führung teilnehmen. Hier sieht man die Fasswerkstatt:

León ist eine interessante, traditionsreiche Stadt mit kolonialem Zentrum: 
Das Hotel „El Convento“ ist empfehlenswert – vor allem wegen seines wunderschönen Innenhofs:

Auch in León spielt die revolutionäre Geschichte eine wichtige Rolle. Das Revolutionsmuseum ist allerdings in einem so erbärmlichen Zustand, dass es die Casa de la Cultura in Estelí leicht in den Schatten stellt. Wir haben uns gefragt, ob es an den fehlenden finanziellen Mitteln oder am fehlenden Verständnis für Präsentation liegt oder ob es sogar ein Konzept ist:




Auch León verfügt über einige historisch-politische Wandgemälde, die meist an den Kampf gegen die Diktatur erinnern:
Kurz nachdem wir Nicaragua verlassen hatten, kam es in vielen Städten des Landes zu gewaltsamen Demonstrationen gegen die zunehmend autoritäre Regierung von Daniel Ortega. Wir waren sehr erschrocken, als wir in den Nachrichten das Wandgemälde wiedererkannten, das wir zwei Wochen vorher in León fotografiert hatten:
[https://www.elnuevodiario.com.ni/nacionales/461709-inss-incendios-protestas-nicaragua/]
León ist bekannt für die Feierlichkeiten in der Semana Santa. Insbesondere am Karfreitag werden viele Jesus-, Maria- und Heiligenfiguren durch die Straßen getragen:

Manche müssen auch mal im Nebenzimmer auf ihren Auftritt warten:
Besonders beeindruckend ist ein Brauch im Barrio Sutiava westlich des Stadtzentrums. Dort gestalten die Bewohner Motivteppiche aus gefärbten Sägespänen auf der Straße. Den ganzen Karfreitag arbeiten die Menschen an diesen Bildern, um sie Jesus zu Füßen zu legen. Am späten Abend geht nämlich die große Karfreitagsprozession über die Teppiche drüber:





Das ganze ist natürlich ein Riesenspektakel. Im Laufe des Nachmittags drängen sich immer mehr Schaulustige in der kleinen Straße und im Gegensatz zur asketischen Karfreitagstradition in Deutschland wird hier auch gut gegessen und viel getrunken:
Sehr häufig sieht man in Nicaragua Leute, die mit Strohhälmen aus Plastiktüten trinken. Man füllt die Softdrinks aus großen Flaschen ab und verkauft die kleinen Portionen in Tüten. Eine andere Geschäftsidee ist, eine große Pizza zu kaufen und sie auf der Straße in einzelnen Stücken weiterzuverkaufen:


Hier kann man gekochte Bohnen und Brennholz kaufen – und natürlich gibt es auch Souvenirs:
Sie hat sich schon fein gemacht für den Abend:
Er ist in all dem Trubel beim Brötchenessen eingeschlafen:
Ostersamstag und Ostersonntag verbrachten wir dann erholsam am Strand in Las Peñitas im sehr empfehlenswerten Aaki Hotel: 



Irgendwie hat sich in dieses nicaraguanische Strandkaff ein deutsches Feuerwehrauto der Marke „Industrieverband Fahrzeugbau der DDR“ mit Hamburger Kurzzeitkennzeichen verirrt:
Die Touristenhochburg des Landes ist die Stadt Granada am Nicaragua-See – und zwar zu Recht, denn dieses wundervolle Kolonialstädtchen ist an sich schon fast die Reise wert:



Was wirft einen viereckigen Schatten?
Neben viereckigen Baumschatten gibt es jede Menge zu entdecken, wie z. B. Kunst und Kunsthandwerk …



… eine Hängemattenwerkstatt …

… traditionelle Transportmittel und ungewöhnliches Transportgut …
… schöne Hauseingänge und Innenhöfe …
… Käse- und Sahnegeschäfte, die leider keinen Käse und keine Sahne haben …
… Essig in Plastiktüren und eingelegte Zwiebeln aus großen Bottichen auf dem Markt …
… die Druckwerkstatt im Casa de los tres mundos …
… und eine sehr interessante Fahnenkombination: Staatsflagge Nicaraguas + Staatsflagge des Vatikans + schwarz-rote Flagge der sozialistischen FSLN:
An einer Ecke ganz in der Nähe unseres Ferienhauses sah ich eine ältere Straßenhändlerin mit blauem Stuhl und blauem Schrank, die mir irgendwie bekannt vorkam:
Bitte hier klicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Nicaragua#Wirtschaft
Ganz in der Nähe von Granada liegen im Nicaragua-See hunderte von kleinen Inseln, die sog. „Isletas“. Auf einigen von ihnen haben sich die obersten 0,1% ihre Ferienhäuser gebaut:
Leider hat Nicaragua aber auch ein gravierendes Müllproblem. Überall, ob in den Städten oder entlang der Landstraßen oder – wie hier – am Seeufer sammelt sich Plastikabfall und niemand kümmert sich darum:
Etwa eine halbe Stunde von Granada entfernt befindet sich der Vulkan Masaya. Das Besondere an diesem Vulkan ist, dass man mit dem Auto bis zum Gipfel fahren und dann oben in den Krater reinschauen kann:

Ebenfalls in der näheren Umgebung von Granada liegt die Laguna de Apoyo …
… und Niquinohomo, der Geburtsort des allgegenwärtigen nicaraguanischen Nationalhelden Augusto Cesar Sandino. Dort kann man das Haus besichtigen, in dem er aufgewachsen ist und natürlich gibt es eine riesige Statue:
Wer mit einem 40-Fuß-Container angereist ist, kann im Dorf Catarina nette kleine Baumscheiben erwerben:

Im Gegensatz zu León und Granada zieht die Hauptstadt Managua nur wenige Touristen an und man merkt auch relativ schnell warum. Managua wurde 1972 von einem Erdbeben fast völlig zerstört. Als Mahnmal dafür hat man die zerstörte Kathedrale stehen lassen:
Es gibt also kein historisches Zentrum, keine gewachsenen Strukturen, sondern viele breite Straßen, hunderte überdimensionierte Werbetafeln und Geschäftshäuser wechseln sich mit Bretterbudensiedlungen ab. Man muss Managua allerdings zugute halten, dass es relativ grün ist. Außerdem gibt es mehrere tausend bunt gestrichene Bäume aus Metall, die die Präsidentengattin und Vizepräsidentin Rosario Murillo hat aufstellen lassen. Die meisten Menschen in Nicaragua sehen darin zu Recht eine sinnlose Geldverschwendung. Andererseits gibt es aber auch interessante Ansichten:
Auf einem Hügel mitten in der Stadt thront Sandinos Silhouette:
Zum Schluss darf natürlich die Kategorie „Hinten mitfahren“ nicht fehlen. Wir haben noch in keinem Land so viele Hintenmitfahrer wie in Nicaragua gesehen. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl:



An den Bussen hängen oft professionelle Hintenmitfahrer. Sie öffnen die Türen und kümmern sich um die Be- und Entladung – auch während der Fahrt.

Und ganz zum Schluss noch einige unzusammenhängende Eindrücke …







