Auf dem Rückweg vom Zoo gab es mal wieder ein traditonelles ecuadorianisches Essen:
Fritada – frittiertes Schweinefleisch
Mote – weißer Mais, ohne Geschmack
Plátano – gekochte/gebratene Kochbanane
Llapingachos – Bratlinge aus Kartoffeln und Käse
Aguacate – Avocadostückchen
und Salat aus roten Zwiebeln und Tomaten
Archiv für den Monat: Januar 2016
Hinten mitfahren 01/16
Schulausflüge
Ende Januar ist immer die Zeit für die Schulausflüge. Donnerstags finden Klassenausflüge statt und freitags der Lehrerausflug. Diesmal fuhr ich mit einem IV. Kurs (=10. Klasse) in den Tennis- und Golf-Club El Condado in Quito. Die Familie eines Schülers ist dort Mitglied, so dass er die ganze Klasse in den Club einladen konnte – also jede Menge Spaß zwischen Tennisplätzen, Pool und Sonnenliegen:
Die Mitgliedschaft in diesem Club schlägt mit 7.500 US-Dollar pro Jahr zu Buche. Eine Aufnahmegebühr in unbekannter Höhe kommt auch noch hinzu.
Beim Lehrerausflug geht es etwas bescheidener zu, aber auch hier heißt das Motto: Sport, Spiel und Spaß. Man fährt zu einer hosteria, und lässt es sich gutgehen. Das Kulturprogramm, das man in Deutschland zwecks seriösem Anstrich dem Besuch im Weinhaus vorschaltet, spart sich der Ecuadorianer. Unser Ziel lag diesmal in Puembo, in der Nähe des Flughafens. Man hatte eine sehr schöne Anlage ausgesucht mit Sportplatz, Billiard-Tisch, Swimming-Pool, Karaoke (fester Bestandteil der ecuadorianischen Freizeitgestaltung) etc.:

Wurstkunde
In ecuadorianischen Supermärkten gibt es eine große Auswahl an Würsten, die sich allerdings in Geschmack und Konsistenz oft irgendwo zwischen Plastik und Brei bewegen. Will man für besondere Qualität werben, so gelten die deutsche Flagge und deutsche Namen als zweckdienlich. In manchen Fällen haben die Verpackungsdesigner bei Übersetzung und Rechtschreibung jedoch nicht ganz so sorgfältig gearbeitet:
Kuba
Viñales
Der kleine Ort Viñales, etwa 2 Stunden nordwestlich von Havanna, ist berühmt für den Tabakanbau und die einzigartige Landschaft. Das Dorf ist umgeben von Karstbergen, den sogenannten mogotes:
Wir haben die Landschaft im Sattel erkundet:
Gelegentlich sieht man auch año viejos wie in Ecuador, die zum Jahreswechsel verbrannt werden.
Im ländlichen Viñales ist der Ochsenkarren noch ein verbreitetes Transportmittel.
Hier wächst der Tabak …
… hier wird er zum Trocknen aufgehängt …

… und fertig ist die Cohiba!
Die Fahrgeschäfte auf der Kirmes von Viñales entsprechen nicht ganz dem Standard der kapitalistischen Unterhaltungsindustrie, aber den Kindern macht’s trotzdem Spaß.
Auch der Cowboy muss mal Mutti anrufen.
Santa Clara
Santa Clara ist vor allem berühmt, weil hier der kubanische Nationalheilige, Comandante Che Guevara, seine letzte Ruhestätte gefunden hat:

Das ist der Paradeplatz vor dem Che-Mausoleum.
Großer Che – kleine Mari
Ende Dezember 1958 hat eine Einheit unter dem Kommando Che Guevaras in Santa Clara einen Panzerzug der Regierungstruppen entgleisen lassen und dabei jede Menge Waffen und Munition erbeutet. Dieser Erfolg gilt als Entscheidung im Kampf der kubanischen Revolution gegen das Batista-Regime. Der Diktator floh am 1. Januar 1959 in die Dominikanische Republik. Einige Waggons sind noch da.
Cayo Santa Maria
Über die Weihnachtstage stand Chillen an Pool und Strand auf dem Reiseplan. Dafür hatten wir uns Cayo Santa Maria nördlich von Santa Clara ausgesucht:


Auf dem Weg zum Cayo schauten wir noch kurz in Remedios vorbei. Dort werden an Heiligabend riesige Wagen mit Feuerwerk und großem Geböller durch die Stadt gezogen:
Trinidad
Das Kolonialstädtchen Trinidad ist besonders pittoresk … und war besonders überfüllt – Touristen wo das Auge hinblickt, und wir waren noch zweieinhalb mehr. Doch es war trotz Hitze und erhöhter Touri-Dichte wundervoll:


Die Cousins von Buena Vista Social Club waren auch da.
Domino – bei kubanischen Männern mittleren und höheren Alters sehr beliebt.

Darauf einen Canchánchara, das Nationalgetränk von Trinidad:
Rum + Limettensaft + Honig = lecker
Außerhalb der kolonialen Altstadt sieht Trinidad aber auch so aus:
Plattenbau unter Palmen – wenigstens ist das Wetter besser als in Marzahn.

Dies ist kein Kirchturm, sondern ein Wachturm, von dem aus früher die Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern kontrolliert wurden.
Cienfuegos
Ca. 80 km westlich von Trinidad liegt Cienfuegos an einer großen Meeresbucht:
Ausblick vom Dach unserer casa particular in Cienfuegos.
Der Club Cienfuegos…
… und der Palacio del Valle zeugen von früherem Glanz.
In der Nähe von Cienfuegos wollten die Kubaner einmal ein Atomkraftwerk bauen, aber dann war plötzlich die Sowjetunion nicht mehr da und irgendwie rechnete es sich auch überhaupt nicht. Heute steht dort die Hülle eines Reaktors, die im Sonnenuntergang gar nicht so schlecht aussieht:
Daneben hat man eine Stadt gegründet mit dem romantischen Namen „Ciudad Nuclear“. Viele der Plattenbauten stehen leer, da hier eigentlich mal die Arbeiter des Atomkraftwerkes wohnen sollten
„Die stärkste Garantie für die Zukunft der Revolution liegt in den Ideen“ (Fidel Castro).
Die Eidechse hat sich dazu nicht geäußert:

Diese Zugbrücke zum Castillo de Jagua bei Cienfuegos funktioniert heute noch – und sie geht so leicht, dass sogar Maristela sie bedienen konnte.
La Habana
Ein paar Sehenswürdigkeiten:
Der berühmte malecón…
… die Festung Tres Reyes del Morro (ab 1589), die die Hafeneinfahrt bewacht …
… die Kathedrale aus dem 18. Jahrhundert …
… das Revolutionsmuseum, formerly known as Regierungspalast …
… die „Granma“, die Yacht, mit der Fidel Castro und seine Kämpfer 1956 nach Kuba fuhren, um Batista zu stürzen …
… das Capitolio …
… das Monument für den kubanischen Unabhängigkeitsdenker und -kämpfer José Martí …
… die Plaza de la Revolución mit Che Guevara …
… und Camilo Cienfuegos als Fassadenschmuck …
… das berühmte Hotel „El Nacional“ …
… el Cristo de la Habana …
… und la Giraldilla – Rumtrinker kennen die Dame, denn sie ziert das Etikett von Havana Club – und thematisch dazu passend …
… La Bodeguita del Medio – eine von Hemingways Lieblingskneipen.
Eindrücke aus den (unrenovierten) Straßen der Altstadt von Havanna:



So wie auf der rechten Seite könnte eines Tages die ganze Altstadt aussehen. Bis jetzt sind nur einige Häuser und die Plätze renoviert. Besonders schön kommen dann die sog. vitrales, also die bunte Glasfenster zur Geltung, die an vielen Häusern noch erhalten sind:

Shopping
Der konvertible Peso (CUC) ist ungefähr so viel Wert wie ein Dollar. Der nationale Peso (CUP) steht dazu im Verhältnis 1:25. Ein normaler staatlicher Lohn in Kuba beträgt umgerechnet ca. 30-50 Dollar pro Monat. In den Devisengeschäften kosten die Waren aber nicht viel weniger als in Ecuador.
In den CUP-Geschäften gibt es für die nationale Währung und zu extrem günstigen Preisen … nicht wirklich viel zu kaufen. Auf jeden Fall aber Rum und es gibt Plakate von Fidel oder Raúl an der Wand:

Hier ist die Preisliste. Reis kostet zum Beispiel das Pfund umgerechnet ca. 1 Cent. Diesen Preis kriegt man allerdings nur rationiert und mit einer Bezugskarte:

Das ist eine Bäckerei.
„In den Geschäften mit Glas außen kann man nur mit CUC bezahlen“, so die Besitzerin einer Pension in Santa Clara. Wo der normale Kubaner ohne CUC einkauft, gibt es nur Holztüren oder Blechrolläden.
In dieser Ladenkette mit dem zukunftsweisenden Namen „20. Jahrhundert“ kann man Kleider kaufen.
Ob diese nun eine volkseigene Schießbude war oder aus privatwirtschaftlicher Initiative heraus entstand, konnten wir nicht so direkt erkennen.
In dieser Bäckerei gab es immerhin etwas. Zum Beispiel kriegt man Kekse auf abgerissener Pappe:
Das ist aber schon ein gewisser Verpackungsluxus. Wir haben auch einen Mann aus der Metzgerei kommen sehen, der das Fleisch einfach so in der Hand hatte.
Autos
Wer an Kuba denkt, denkt an amerikanische Straßenkreuzer aus den 50er Jahren – aber dass es sooo viele davon gibt, hätte ich dann doch nicht gedacht:




Neben den Amischlitten sieht man als Privatautos auch häufig klapprige Peugeots aus den 80er und 90er Jahren. Als Lastwagen gibt es viele DDR-Modelle und ansonsten natürlich jede Menge Fahrzeuge sowjetischer Herkunft. Die Polizei zum Beispiel fährt hauptsächlich Lada:
Interessant auch die „Stretch-Lada-Taxis“, die man gelegentlich sieht, wie hier in Santa Clara:
Die Busse für Kubaner sind eigentlich umgebaute LKWs:
Ansonsten ist Autofahren in Kuba eigentlich recht entspannend. Staus und zähfließender Verkehr gehören jedenfalls nicht zu den ernsten Problemen. Auf der Autopista A1, der Autobahn, die sich fast über die ganze Insel zieht, sieht es auf weiten Strecken ungefähr so aus:
Rechts fahren Fahrräder oder Pferdekarren und auf dem Mittelstreifen springen ab und an Leute aus dem Gebüsch, die Orangen oder Truthähne verkaufen wollen. Man muss nur auf die Schlaglöcher aufpassen.
Hinten mitfahren
Weil sich in Kuba nur wenige Leute den Luxus eines eigenen Autos leisten können, wird entsprechend oft hinten mitgefahren:

Propaganda
Die kubanischen Städte und Verkehrswege hatten für mich etwas Beruhigendes, denn es gibt wenig Werbung im Straßenbild, dafür aber gelegentlich politische Propaganda:
„Bis zum Sieg – immer“
„Das Wort lehrt, das Beispiel führt.“
„Unser bester Freund“ (Hugo Chávez, Ex-Präsident von Venezuela)
„Niemand wird sich ergeben – das schwören wir!“

Dieses schöne Bild ziert eine Grundschule in Havanna. Bleibt noch zu sagen:




