Neben uns wird ja seit fast zwei Jahren ein Haus gebaut. Und so langsam nähert es sich der Fertigstellung. Dabei kann man immer wieder Kunst am Bau bewundern, wie hier zum Beispiel die Kunst, eine authentisch aus Naturmaterialien gezimmerte Leiter in der Schiefe des Raumes so zu positionieren, dass dieses Arrangement überkommene Konzepte wie Arbeitsschutz und Schwerkraft desavouiert und dekonstruiert:
Archiv des Autors: lumbisiblog
Kuba II
Weil wir es letztes Jahr so spannend fanden, haben wir diese Weihnachtsferien wieder in Kuba verbracht. Diesmal allerdings hauptsächlich im Osten der Insel, also in Santiago de Cuba, Baracoa, Gibara und im Strandhotel Playa Pesquero. Aber natürlich ist Kuba undenkbar ohne Havanna:

Blick auf Havanna vom Castillo de los Tres Reyes del Morro auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht.
Die Kathedrale
Das Kapitol (wird immer noch renoviert, übrigens mithilfe einer deutschen Projektberatung – kann also noch eine Weile dauern)
Edificio Bacardi
Gran Teatro de la Habana bei Nacht
Castillo de la Real Fuerza – die älteste von Europäern gebaute Festung Amerikas
Das ehemalige Haus von Che Guevara (li.) und der Christus von Havanna (re.)
Ansichten der Altstadt – Habana Vieja:

Santiago de Cuba ist mit ca. 500.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt. Im Vergleich zu Havanna wirkt sie allerdings eher wie ein größeres Dorf. Zu sehen gibt es hier …
… eine Kathedrale …
… das Rathaus, von dessen Balkon Fidel Castro den Sieg der Revolution verkündete …
… die ehemalige Moncada-Kaserne (heute eine Schule), auf die Fidel Castro und seine Mitstreiter am 26. Juli 1953 einen Überfall verübten. Sie wollten damit das Startsignal für eine landesweite Revolution geben, scheiterten jedoch tragisch. Viele Kämpfer starben und Fidel Castro musste ins Gefängnis …
… die Plaza de la Revolución mit einem Denkmal für den kubanischen Freiheitskämpfer Antonio Maceo …
… und die aktuell wohl meist besuchte Sehenswürdigkeit: Das Grabmal von Fidel Castro, der hier Mitte Dezember beigesetzt wurde.
Neben Fidel und dem größten kubanischen Nationalhelden aller Zeiten, José Martí, liegt hier auch der berühmte Emilio Bacardi.
Falls mal jemand dringend telefonieren muss …
Am Eingang der Bucht von Santiago liegt die eindrucksvolle Festung „El Morro“:

… mit Blick auf die Fischerinsel „Cayo Granma“.
Wenn wir da sind, fährt auch Manus Schiff vorbei.
Weitere Eindrücke aus Santiago:





Das Wohnzimmer der casa particular, in der wir in Santiago übernachtet haben
Von Santiago fährt man eine gute Stunde bis nach Guantanamo. Die Stadt ist touristisch völlig unerschlossen. Das bedeutet, dass man am späten Nachmittag kreuz und quer durch die Innenstadt laufen kann, ohne ein Restaurant zu finden, das gleichzeitig geöffnet und was zu essen hat.
Mit viel Hunger und großer Hoffnung sind wir in diese „Cafeteria“ gegangen, doch dort nimmt man den Namen sehr wörtlich. Es gibt nur Kaffee, Zigarren und Streichhölzer. Zum Glück haben wir in einem Hotel etwas außerhalb aber noch diese kulinarischen Highlights ergattert:
Sehenswürdigkeiten gibt es in Guantánamo nicht. Trotzdem ist der Name weltbekannt, vor allem wegen der US-amerikanischen Militärbasis. Diese kann man aber nur aus gebührendem Abstand beobachten. Will man näher als 30 km ran, braucht man eine Genehmigung des kubanischen Militärs. Da bringt auch der 20fache Zoom nur noch begrenzt was:
Von Guantánamo führt eine extrem kurvige Straße über die Berge in das Küstenstädtchen Baracoa. Dort wütete Anfang Oktober Hurricane Matthew. In der Stadt sieht man zwar nur noch recht wenige Schäden, aber so sieht die Landschaft in der Umgebung aus:
In Baracoa selbst gibt es keine großartigen Sehenswürdigkeiten …
dafür aber einen interessant gelegenen Flughafen …
… den berühmten Tafelberg „El Yunque“ …
… Wildwest-Atmosphäre …
… ein Hotel mit Pool, den man auch benutzen kann, ohne dort Gast zu sein …
… ein Kreuz, das angeblich Christoph Kolumbus dort aufgestellt hat …
… eine karibische Bucht, die man auch als „authentisch“ und „vom Massentourismus unberührt“ bezeichnen könnte …
… und in der man in Plattenbauten direkt am Strand wohnen kann. Beliebtes Ausflugsziel für Baracoa-Reisende ist der Fluss Yumuri, auf dem man Bootsfahrten unternehmen kann:
In Baracaoa verbrachten wir einen der ruhigsten Silvesterabende unseres Lebens und fuhren dann weiter über Santiago in Richtung Gibara an der nordwestlichen Küste Kubas. Auf dem Weg dorthin besuchten wir Fidel Castros Geburtshaus in der Nähe des Örtchens Birán oder besser gesagt das riesige Anwesen, das sein Vater dort ca. 1 Stunde nördlich von Santiago besaß. Man sieht dort u.a.
… sein Elternhaus …
… das Haus seiner kubanischen Großmutter (die Großeltern väterlicherseits lebten in Galizien) …
… das Auto seines Vaters (Ford, Baujahr 1913) …
… und die zur Finca gehörende Hahnenkampfarena. Bei der Landreform nach der Revolution wollte Castro übrigens mit gutem Beispiel vorangehen und ließ auch vom riesigen Landbesitz seines Vaters einen Großteil enteignen.
Im Küstenort Gibara gibt es auch keine großartigen Sehenswürdigkeiten, doch gefiel er uns wesentlich besser als Baracoa, irgendwie schöner und gemütlicher …

Luffa-Gurke mit Salamander

Bevor wir nach Havanna zurückflogen, erholten wir uns noch drei Tage im Strandhotel Playa Pesquero bei Guardalavaca. Die künstlichen Paradiese der Pool- und Palmenlandschaft haben durchaus ihren Reiz und man kann sich trotz sonnenverbrannten Engländern und durchwachsenem All-Inclusive-Essen an das Faulenzen im Liegestuhl gewöhnen:

Neu! … die Kategorie „Einzelhandel“:
Obst und Gemüse
Metzgerei – städtisch
Metzgerei – ländlich
Gemischtwarenladen
Rum-Geschäft – Abfüllung in mitgebrachte Plastikflaschen möglich.
Obst und Gemüse mit vorgelagerter Holzbildhauerwerkstatt (in Guantanamo)
Einkaufsmeile von Santiago de Cuba
Lebensmittel und Drogerieartikel
… keine Ahnung, ob es hier überhaupt was gibt.
Diesmal eher knapp … die Kategorie „Propaganda“:
„Die für das Leben sterben, kann man nicht tot nennen.“
„Die Errungenschaften unserer Zeit und die Hoffnung aller Zeiten hängen von uns ab.“
„Die Einigkeit ist unsere strategische Waffe.“
„Kuba ist Fidel.“ 
„Fidel ist das Volk.“
Diesmal ganz ausführlich … die Kategorie „Autos“:













In diese Kategorie gehört natürlich auch der ÖPNV, der auf Kuba normalerweise so aussieht:

Und schließlich der Private Personennahverkehr (PPNV) oder besser bekannt als … „hinten mitfahren“:


Weihnachten
Cuenca
Das zweite Dezemberwochenende verbrachten wir in Cuenca.


Cuenca ist an sich ja schon eine Reise wert, denn die Altstadt wirkt irgendwie schöner und gemütlicher als die von Quito. Wir hatten allerdings noch das Glück, dass dort auch gerade eine Biennale stattfand, so dass wir den ganzen Tag an verschiedenen Orten der Stadt Kunstwerke bewundern konnten:


Im Rahmen der Biennale konnten wir auch eine staatliche Schule in Cuenca besuchen, das Colegio Benigno Malo … Architektur und Zustand machten uns wieder bewusst, warum die Eltern, die es sich leisten können, viele hundert Dollar pro Monat für Privatschulen ausgeben:

Etwas gemütlicher war es in unserem Hotel (Santa Lucia, empfehlenswert) mit weihnachtlich dekoriertem Innenhof.
Auch die andine Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen fanden wir sehr interessant:
Klettert man auf den Turm der Kathedrale, eröffnen sich ganz neue Perspektiven auf Cuenca: 

Hinten mitfahren fällt diesmal aus, weil wir mit dem Flugzeug kamen. Der Flughafen liegt quasi mitten im Wohngebiet. Das ist aber kein Problem, da ohnehin nicht mehr als eine Handvoll Flieger pro Tag hier landen:
Volkstanz
Nikolausabend
Am Abend des 5. Dezember klopfte es an der Tür …
… es war wirklich der Nikolaus!
Ab in den Dschungel – Cuyabeno
In den Herbstferien wollten wir mal den richtigen Dschungel sehen. Also sind wir in den Nordosten des Landes, ins Cuyabeno Reservat gefahren. Zuerst muss man nach Lago Agrio (5-6h von Quito), dann zwei Stunden bis zur Anlegestelle am Rio Cuyabeno und danach fährt man zwei Stunden mit dem Boot bis zur Lodge (in unserem Fall die Jamu Lodge).
In Lago Agrio gibt es nicht viel zu sehen. Die Stadt lebt vom Öl, das in dieser Gegend reichlich vorkommt.
Einen Nachmittag kann man aber auch hier mit Kindern ganz angenehm verbringen, denn es gibt einen großen Park mit Spielplätzen und einem Jahrmarkt …

… mit dem schönen deutschen Namen „Lorelay Parck“.
Im Hotel D`Mario, wo wir übernachtet haben, gibt es einfache Zimmer und interessante Fliesendekoration an der Wand:

Knapp zwei Stunden von Lago Agrio führt eine Brücke über den Rio Cuyabeno. Von dort starten die Boote, die die Touristen zu den Lodges rund um die Laguna Grande im Cuyabeno-Nationalpark bringen. Wenn Gepäck, Vorräte und Benzin an Bord ist, kann es losgehen:
Zu den weiter flussabwärts gelegenen Dörfern führen keine Straßen. Alles muss mit dem Boot transportiert werden – auch das neue Schlafzimmer:
Die Jamu Lodge bietet einfache Zimmer, einen Gemeinschaftsraum mit Bar und Hängemattenplätzen – insgesamt empfehlenswert.

Die meiste Zeit verbringt man im Motorkanu auf der Suche nach Affen, Vögeln, Flussdelfinen und sonstigen Urwaldbewohnern.
Einige davon ließen sich auch fotografieren:
… Wollaffen …
… ein Reiher …
… erst einer …

… dann zwei …

… dann drei …
… dann vier Aras.
Andere Tiere sahen wir während der Landgänge durch den Wald:
… zum Beispiel (essbare!) Termiten …
… bull spider (den deutschen Namen habe ich bis jetzt nicht herausgefunden) …
… Mini-Kröten …
… riesige Taranteln …
… kleine Schlangen: hier eine Boa …
… und Tukane, hier vermutlich ein sog. Halsbandarassari.
Auch die Pflanzenwelt zeigt so mache Kuriosität:


Wir haben aber nicht nur Flora und Fauna kennen gelernt, sondern auch ein Dorf besucht:
Dort leben etwa 30 Einwohner in solchen Häusern:
Aber es gibt einen Fußballplatz mit Tribünen:
… und eine Kneipe:
Marisol, eine Bewohnerin des Dorfes, hat uns gezeigt, wie man Yuca-Brot backt. Das ist eine Art Fladenbrot, das nur aus Yuca (auch Maniok oder Cassava genannt) besteht:
Man zieht die Knolle aus der Erde …
… schält, wäscht und raspelt sie …

… dann wird die Flüssigkeit rausgepresst …
… und schon kann man ohne weitere Zutaten daraus Fladen backen. Diese sind getrocknet lange haltbar und gehören zu den Grundnahrungsmitteln der lokalen Bevölkerung.
Außerdem besuchten wir noch den örtlichen Schamanen, der uns seine Rituale demonstrierte. Dazu muss man sich mit Achiote (der Frucht des Annattostrauches) die Geschichter rot anmalen.

Zum Abschluss demonstrierte er uns noch, wie man mit dem Blasrohr umgeht:
Besonders schön – vor allem am Abend – ist die Laguna Grande, ein paar Bootsminuten von der Lodge entfernt:
In diesem großen See, in dem man übrigens auch schwimmen kann, wachsen viele Bäume im Wasser. Nur 1-2 Monate pro Jahr liegt die Lagune trocken.
Der Sonnenuntergang auf der Laguna ist wundervoll: 




Auf dem Rückweg haben wir noch einmal in Papallacta übernachtet. Dort haben wir eine kleine Wanderung gemacht …
… und zum ersten Mal den Antisana in seiner ganzen Pracht bewundern können:
Das Letzte: In der Hosteria El Reventador (von Übernachtung wird abgeraten) gibt es Fleisch, das man lesen kann … oder kann das Fleisch lesen?
Das Allerletzte: Gruselclowns oder so schön kann Mülltrennung sein …
Fiesta de la luz
Mitte Oktober gab es in Quito eine fiesta de la luz – ein Lichterfest. Viele berühmte Bauwerke wurden mit faszinierenden Lichtinstallationen versehen:
Dies zog entsprechend viele Schaulustige an und da die Stadt wegen der UNO-Konferenze „Habitat III“ ohnehin schon extrem voll war, sah es dann auf den Straßen so aus:
Secret Garden Cotopaxi
Das zweite Oktoberwochenende verbrachten wir in der Nähe des Cotopaxi. Im „Secret Garden“ gibt es spartanische Cabañas und Hobbithäuser. Auch wenn die Zimmer selbst uns nicht so ganz überzeugten und für meinen Geschmack etwas zu viele nordamerikanische Backpacker und Volunteers dort rumhängen – die Lage ist beeindruckend. Früh morgens hat man meistens eine freie Sicht auf die umliegenden Berge:
Cotopaxi kurz vor Sonnenaufgang
Lamas am frühen Morgen
Die Unterkünfte
Das Panorama
Die Illinizas
Der Rumiñahui
Auf dem Weg zum Secret Garden Cotopaxi besuchten wir ein Steakhouse in Machachi:
Ich wollte das Gericht Nummer 11 bestellen und fragte, was denn die „Yacdañez“-Sauce sei. Die Kellnerin schaute mich verwundert an und sagte, da sei natürlich Whisky drin ……. *grübel* ……….. *kopfkratz* ……………… Ah! …… na klar ……. Wie spricht der Ecuadorianer wohl „Jack Daniels“ aus?
Diverses aus dem Monat September
Im September …
… waren wir mit vielen Kollegen im Páramo-Brauhaus. Dort gibt es verschiedene Biersorten, u.a. „Kolsh“ und „Albier“, zum Essen u.a. Schweinshaxe …
… haben wir in unserem Garten Orangen geerntet …
… hatten wir jede Menge Ärger mit Rohrbrüchen und verstopften Abwasserschächten …
… haben wir einen Skorpion auf der Terrasse gefunden …
… haben wir unsere neuen Nachbarn (die neue Grundschulleiterin samt Mann und vier Kindern) mit Mini-Vulkanen empfangen …
… hat Maristela wieder viele Fotos gemacht …

… und wir waren im CAC (Centro de Arte Contemporáneo – Museum für moderne Kunst) …






















