Ab in den Süden … von Ecuador

Ende August wollten wir mal den Süden von Ecuador besser kennenlernen, d.h. vor allem Loja und Vilcabamba. Unsere erste Station war Riobamba. Dort konnten wir den Chimborazo in der Abenddämmerung bewundern:p1160513An der Laguna Colta sahen wir die Dampflok von Tren Ecuador:p1160522

Dann besuchten wir den Markt in Guamote. Hier einige Eindrücke:p1160556 p1160542p1160543Hier gibt es natürlich nur Original-Markenprodukte …p1160549… und hier lecker Hühnerfüße.p1160552p1160553
Der Beruf des Radio- und Fernsehtechnikers wird hier noch geschätzt.p1160554p1160559

p1160539Hier handelt es sich – vermutlich – um eine mobile Dreschmaschine.

Regenbogen in Cuenca:p1160580

Indígenas in Saraguro:p1160602 p1160603Nachhaltige Parkbankbeschattung in Loja:p1160610Ob diese geschwungenen Formen in Loja auch Hundertwasser gefallen hätten?p1160618 p1160620Das pseudohistorische Stadttor von Loja und die gegenüberliegende Heldenverehrungswand für Simón Bolívar:p1160631 p1160643 p1160644Im Freizeitpark von Loja wurden typische Gebäude aus europäischen Ländern nachgebaut:p1160713

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Auf dieser Speisekarte eines Restaurants in Loja hat sich mal wieder der Fehlerteufel eingeschlichen. Das unterste Gericht heißt übersetzt „Gebratener LKW“, gemeint war aber wohl eher „Gebratener Fisch“ – „Pescado Frito“:p1160645

Loja ist berühmt für die Wallfahrt der „Virgen del Cisne“, der Jungfrau vom Schwan. Diese Marienfigur aus dem 16. Jahrhundert wird einmal im Jahr aus dem ca. 70 km entfernten Wallfahrtsort El Cisne in einer mehrtägigen Prozession nach Loja gebracht. An diesem Tag werden die Straßen geschmückt und die Menschen warten stundenlang auf die Ankunft ihrer verehrten „Virgen“:p1160653 p1160672 p1160673 p1160683 p1160686

p1160727An einem Laden in Loja haben wir dieses Schild gesehen: „Wir sind nicht Google, aber wir haben alles, was du suchst.“

Das verschlafene Dörfchen Vilcabamba wird auch das Tal der Hundertjährigen genannt. weil die Leute da angeblich alle sehr alt werden. Viele Alte haben wir nicht gesehen, aber das sehr angenehme Klima, die schöne Landschaft und besonders die empfehlenswerte Hosteria Izhcayluma sind die Reise wert:
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Auf dem Rückweg haben wir noch eine Station in Alausí gemacht. Dort sind wir mit dem Zug die sog. Teufelsnase (Nariz del Diablo) gefahren. Diese Strecke verbindet das Hochland mit der Küstenregion. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und gilt als eisenbahntechnisches Kuriosum. Die Strecke ist so steil, dass der Zug mehrmals die Richtung wechseln und im Zickzack den Berg rauf- bzw. runterfahren muss:p1160970 p1160975 p1160980 p1160983 p1160984 p1160994p1160894p1160891p1170022p1160897

Hinten mitfahren!p1160507p1160515p1160506p1160565p1160566

Panama

Auf dem Weg nach Deutschland verbrachten wir Anfang Juli ein paar Tage in Panama.P1150472Schon beim Anflug und erst recht beim Blick aus dem Hotelzimmer zeigt sich die imposante Skyline von Panama City.P1150377

Panama City hat aber nicht nur Wolkenkratzer zu bieten sondern auch ein kleines aber feines historisches Zentrum:P1150286P1150362P1150320P1150369P1150358 P1150325 P1150329P1150330Dieses Gebäude beherbergt das sehr interessante und schön gestaltete Kanalmuseum.P1150291 P1150305Auf einem der Plätze in der Altstadt fand gerade eine Gedenkveranstaltung für Simón Bolívar statt, bei dem Staatsbesuch aus Venezuela zugegen war. Auch aus Ecuador hat offensichtlich jemand einen Kranz gebracht (s. Bildmitte).

Von weitem sieht die Altstadt so aus:P1150474 Das bunte Objekt im Hintergrund ist das Museum der Biodiversität. Es wurde von dem berühmten Architekten Frank O. Gehry entworfen und lohnt sich eher der Architektur wegen als wegen der Ausstellung:P1150435 P1150427

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Das heutige Panama City könnte man eigentlich auch Panama 2.0 nennen, denn die Stadt wurde im 16. Jahrhundert ca. 15 km vom heutigen Stadtzentrum entfernt gegründet. Dann kam allerdings eines schönen Tages im Jahre 1671 ein gewisser Henry Morgan mit seinen Leuten, brannte alles nieder und raubte, was zu rauben war. Daraufhin gründeten die Spanier die Stadt woanders einfach neu. Was von Panama Viejo noch übrig ist, kann man heute besichtigen:P1150617P1150610 P1150611 P1150624

Mitten in der Stadt gibt es einen kleinen Berg namens Cerro Ancón. Oben steht nicht nur ein riesiger Fahnenmast, sondern man genießt einen großartigen Rundumblick auf die Stadt und den Panamakanal:P1150575

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P1150577P1150578P1150563Das Gebiet, das man auf dem obigen Foto sehen kann, gehörte früher zur sog. Kanalzone, die von den USA verwaltet wurde. Im Vordergrund sieht man das Gebäude der Kanalverwaltung.P1150467Die USA hatten Anfang des 20. Jahrhunderts die Abspaltung Panamas von Kolumbien unterstützt und sicherten sich dafür die Herrschaft über die Kanalzone. Unter Präsident Jimmy Carter wurde 1979 die Rückgabe der Kanalzone an Panama vereinbart und 1999 endgültig vollzogen.P1150422Die Puente de las Américas überspannt den Pazifikausgang des Panamakanals.

Nach etwa einer Stunde Fahrt erreicht man das andere Ende des Kanals, wo er in die Karibik mündet. An beiden Enden wurden neue Schleusen gebaut, um den Kanal auch für noch größere Schiffe befahrbar zu machen. Diese Schleusen wurden wenige Tage vor unserem Besuch eingeweiht:P1150498P1150491Die Schleusentore werden nicht mehr auf- und zugeklappt, sondern wie eine Schiebetür vor- und zurückgefahren. Außerdem gibt es große Becken, so dass das Wasser für mehrere Schleusendurchfahrten benutzt werden kann. Und so sieht das aus, wenn ein Schiff aus der Gegenrichtung in die alte Schleuse reinfährt:P1150503

P1150518 Die Karibikküste von Panama ist dünn besiedelt. Historisch interessant ist der Ort Portobelo. Man mag kaum glauben, dass dieses feuchtheiße Wellblechdörfchen einmal ein wichtiger Punkt auf einer globalen Handelsroute war. Die Spanier brachten das Silber aus Peru und Bolivien nach Panama und dann wurde es über Land an die Karibikküste nach Portobelo transportiert. Dort wurde es wieder auf Schiffe geladen, die dann – meistens über Cartagena und Havanna – die kostbare Fracht nach Spanien beförderten. Heute erinnert nur eine kleine, eher schlecht erhaltene Festungsanlage an diese Zeiten. Aber immerhin lebt der Name des Ortes in der Bezeichnung der berühmten Portobello Road in London weiter.

In der Kategorie „Sonstiges“ sind vor allem die extrem bunten (und lauten) Busse erwähnenswert …P1150468P1150527P1150505… außerdem eine Kirche an der Tankstelle …P1150536… die panamaische Version des Heizpilzes …P1150386

… interessante Wandsprüche …P1150341

… und ungewöhnliche Verkehrsschilder ….P1150455Wir waren allerdings auch etwas erschrocken, wie vergammelt und vermüllt viele Straßen in Panama waren, hier zwei repräsentative Beispiele:P1150508P1150531

Im Kontrast dazu wirkte die Glitzerwelt in unserem Hotel (Hardrock Megapolis) ziemlich absurd:P1150642 P1150643 P1150647Wir hatten ein Zimmer mit Poolblick … man sollte allerdings schwindelfrei sein:P1150660So sah es auf Pool-Level aus:P1150263Leider war die Dachterrasse nur abends zugänglich und mit hohen Glaswänden gesichert, die das Fotografieren etwas erschwerten – aber im 62. Stock ist das vielleicht auch besser so:

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Übrigens gibt es in Panama auch Rum im Tetrapak zu kaufen:20160707_150707_resized

… und falls den Saarländer in Panama das Heimweh plagt, findet er im Telefonbuch zumindest die Vorwahlen von Saarbrucken, Neunkirchen und Volklinger!P1150413

Kindergeburtstage

Im Juni hatten wir wenig Zeit für Ausflüge. Das lag nicht nur an den vielen dienstlichen Terminen am Ende des Schuljahres, sondern auch an den vielen Kindergeburtstagen. Dazu sind die Eltern nämlich immer mit eingeladen und es wird einiges geboten, wie zum Beispiel …P1150104… Abhängen im Pool in parkähnlichen Anwesen …P1150080… die Show eines deutschen Zauberers …P1150076… von einem Argentinier traditionell zubereitetes Rindfleisch …P1150021… oder eine 12-köpfige Mariachi-Band.

Molinuco

Etwas über eine Stunde von Quito in Richtung Cotopaxi liegt Molinuco, eine kleine Hacienda mit Restaurant, Tieren und einer 1 km langen Zipline. P1150030Von dort erreicht man nach einem gemütlichen Spaziergang von etwa einer halben Stunde einen wunderschönen Wasserfall. Das Interessante daran ist, dass man diesen sowohl von oben als auch von unten sehen kann. P1150063

Wochenende in Baños

In Ecuador begeht man jedes Jahr den Tag der Schlacht am Pichincha 1822 als Feiertag. Damals besiegten lateinamerikanische Truppen unter Mariscal Sucre an den Hängen oberhalb von Quito die spanische Armee. Eigentlich ist der 24. Mai der Jahrestag, aber manchmal wird der Feiertag einfach verschoben, so dass ein langes Wochenende entsteht. So war es diesmal und wir hatten freitags schon frei. Wir fuhren also zu einem Kurzurlaub nach Baños.

Dort kann man „Party-Raupe“ fahren, wie Maristela es nennt …P1140772… in Hobbit-Häusern übernachten bzw. essen gehen (Hostería Chamanapamba) P1140906P1140909…schaukeln…P1140839… Wasserfälle sehen …P1140905… lustige Tiere im Zoo treffen …P1140872… oder, wenn es nicht gerade in Strömen regnet, für einen Moment die Spitze des Tungurahua sehen…P1140774

Auf dem Rückweg haben wir in Ambato Station gemacht und den Landsitz von Juan Leon Mera besichtigt, der im 19. Jahrhundert dort lebte und die ecuadorianische Nationalhymne gedichtet hat (Wer das patriotische Machwerk in seiner ganzen Pracht studieren will, bitte hier klicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Salve,_Oh_Patria). Es ist ein schönes Anwesen mit vielen Originalgegenständen der Familie und einem riesigen Garten mit ziemlich hohen Palmen ..P1140953P1140949… und ziemlich hohen Kakteen:P1140945

Auch auf der Fahrt gab es wieder interessante Bilder zu sehen. Hier sehr vorbildlich, das Kleinkind mit Helm:P1140916
In diesem Fall befanden sich – nicht übertrieben – fünf Personen plus Kartoffel(?)sack auf dem Motorrad. Leider habe ich sie nicht mehr von der Seite erwischt:
P1140915… und natürlich auch „Hinten Mitfahren“:P1140541 P1140537

Container aus Deutschland

Der Initiative eines Botschaftsmitarbeiters war es zu verdanken, dass wir Ende Mai wieder einen Container in Empfang nehmen durften:P1140748Diesmal handelte es sich aber nicht um Möbel, sondern um einen LKW voller Produkte aus Deutschland, die über die Deutsche Botschaft zollfrei eingeführt werden dürfen. Wir hatten also im Februar aus einer riesigen Liste ganz viele Sachen bestellt, die es in Ecuador nicht gibt (z.B. Erdnussflips, Sauerkirschen etc.) oder die hier wegen diverser Steuern und Zölle extrem teuer sind (z.B. Wein).P1140754P1140752

1. Mai

Eines schönen Sonntags wollten wir mal nach Quito ins Museum – aber es war zufälligerweise der 1. Mai. Also war alles zu und die Altstadt erwartete den Demonstrationszug zum Tag der Arbeit.P1140474Trotzdem schlenderten wir ein wenig durchs historische Zentrum und kamen zum ersten Mal auch zur Plaza San Marcos. Dort findet sich neben hübschen Exemplaren der Kolonialarchitektur auch noch ein Gebäude, in dem von 1919 bis 1926 die Deutsche Schule Quito untergebracht war:P1140486P1140487P1140491P1140479P1140482

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Kein Wasser mehr!

20160428_144041So sieht das aus, wenn man mit der Wasserrechnung sieben Tage überfällig ist. Statt einer Zahlungserinnerung kommt ein Mitarbeiter des Versorgers und stellt kurzerhand das Wasser ab. (Wasseruhren und Stromzähler sind in Ecuador immer von außen zugänglich) Und zur Sicherheit nimmt er gleich ein Stück Rohr mit. Eine Plombe oder sowas könnte man ja aufbrechen.