Mai bis September

Zwischen Mai und September sind nur wenige „verblogbare“ Fotos entstanden, u.a. ein bunter Strauß Blüten aus unserem Garten …P1190690… und ein wundervolles Herztoast mit integriertem Spiegelei.P1190716Es gab auch mal wieder viel Arbeit für den Klempner (Wasserrohrbruch Nr. 13 o. 14?):P1190721
Maristela hat mit ihrer Schulklasse ein Musiktheater aufgeführt – den Regenbogenfisch:P1190724Noch ein letztes Foto von der alten Straße nach Lumbisí, bevor sie verbreitert und komplett neu gemacht wurde:P1190803

Die Sommerferien haben wir fast komplett in Deutschland verbracht. Mit neuen Kollegen haben wir dann Ende August den Zoo in Guayllabamba besucht. Dort hat einer dieser Tukane in Manus Hut gebissen:P1200683 P1200682

An einem Septemberwochenende sind wir zum Cayambe (5790m) gefahren. Das Wetter war nicht so ganz optimal, so dass sich der Vulkan nur am frühen Morgen kurz gezeigt hat.P1200712P1200716Auf dem Weg zur Schutzhütte lag dann auch schon Schnee, so dass wir nicht ganz bis nach oben fahren wollten.P1200720P1200726 P1200722

Außerdem … Anfahrt zur Hosteria oberhalb der Stadt Cayambe …P1200705Eindrücke aus dem Parque de la Mujer in Quito:P1200800P1200793Safranammern in unserem Garten:P1200849

40 Jahre Damas Alemanas

Ende April feierte der Wohltätigkeitsverein der Damas Alemanas sein 40jähriges Bestehen. Dafür stellte eine Dama ihr mehrere Hektar umfassendes Anwesen zur Verfügung.P1180899Manu hat nicht nur einen Großteil der Organisation übernommen, sondern auch noch die Motivtorte beigesteuert:P1190195Der deutsche Botschafter gratulierte der Vorsitzenden …P1190230… und obwohl das Wetter es zu Anfang nicht besonders gut gemeint hatte, wurde noch bis in die Nacht gefeiert:P1190295

Nicaragua

Die Osterferien 2018 verbrachten wir in Nicaragua. Nach der langen Anreise mit Übernachtung in Bogotá entspannten wir uns zunächst mal im Hotel Camino Real in Managua. P1170564Danach fuhren wir Richtung Norden. Erste Station war der kleine Ort Ciudad Darío. Dort wurde der nicaraguanische Nationaldichter und Nobelpreisträger Rubén Darío geboren. Sein Geburtshaus steht noch und kann besichtigt werden:P1170616P1170603In der Vitrine sieht man eine Nachbildung seiner Diplomatenuniform, in der er oft abgebildet wird (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Ruben_Dario#/media/File:Rub%C3%A9n_Dar%C3%ADo-2.jpg).

Dann ging es weiter nach Matagalpa. Die Stadt liegt in der Kaffeeanbauregion Nicaraguas. Sie ist auch bekannt als Geburtsort von zwei Begründern der Sandinistischen Befreiungsfront (FSLN), Tomás Borge und Carlos Fonseca:P1170638Ebenfalls im Norden des Landes liegt die Stadt Estelí. Sie galt als Hochburg der Sandinisten und wurde im Bürgerkrieg sogar von der Luftwaffe der Somoza-Diktatur bombardiert. Heute gibt es in Estelí viele Wandgemälde zu sehen. Einige davon beschäftigen sich mit Diktatur und Revolution und wurden teilweise als soziale Projekte mit Kindern und Jugendlichen realisiert:P1170773 P1170778 P1170779Die neueren Wandgemälde sind weniger politisch:P1170832P1170831P1170772 P1170813Die Casa de la Cultura trägt noch die Einschusslöcher aus der Zeit der revolutionären Kämpfe:P1170705
Innen gibt es das ärmlichste Museum, das wir bis dahin gesehen hatten:P1170679 P1170681 P1170683P1170702Etwas außerhalb von Estelí gibt es einen schönen Wasserfall, der während der Trockenzeit allerdings wenig Wasser führt:P1170748

Auf dem Weg nach León zeigte sich der Vulkan Momotombo in seiner perfekten Form:P1170863Etwa eine halbe Stunde von León entfernt liegt im Ort Chichigalpa die größte Rum-Destillerie des Landes: Flor de Caña. Dort mussten wir natürlich an einer Führung teilnehmen. Hier sieht man die Fasswerkstatt:P1170910P1170916

León ist eine interessante, traditionsreiche Stadt mit kolonialem Zentrum: P1170986P1170982Das Hotel „El Convento“ ist empfehlenswert – vor allem wegen seines wunderschönen Innenhofs:P1170957 P1170958

Auch in León spielt die revolutionäre Geschichte eine wichtige Rolle. Das Revolutionsmuseum ist allerdings in einem so erbärmlichen Zustand, dass es die Casa de la Cultura in Estelí leicht in den Schatten stellt. Wir haben uns gefragt, ob es an den fehlenden finanziellen Mitteln oder am fehlenden Verständnis für Präsentation liegt oder ob es sogar ein Konzept ist:P1170994P1170997P1170998P1180011P1180012P1180013Auch León verfügt über einige historisch-politische Wandgemälde, die meist an den Kampf gegen die Diktatur erinnern:P1180023P1180022Kurz nachdem wir Nicaragua verlassen hatten, kam es in vielen Städten des Landes zu gewaltsamen Demonstrationen gegen die zunehmend autoritäre Regierung von Daniel Ortega. Wir waren sehr erschrocken, als wir in den Nachrichten das Wandgemälde wiedererkannten, das wir zwei Wochen vorher in León fotografiert hatten: c67427d1d76cf2afe34e354bfd6db3f6[https://www.elnuevodiario.com.ni/nacionales/461709-inss-incendios-protestas-nicaragua/]

León ist bekannt für die Feierlichkeiten in der Semana Santa. Insbesondere am Karfreitag werden viele Jesus-, Maria- und Heiligenfiguren durch die Straßen getragen:P1170972 P1170975 P1170979
Manche müssen auch mal im Nebenzimmer auf ihren Auftritt warten:P1170987Besonders beeindruckend ist ein Brauch im Barrio Sutiava westlich des Stadtzentrums. Dort gestalten die Bewohner Motivteppiche aus gefärbten Sägespänen auf der Straße. Den ganzen Karfreitag arbeiten die Menschen an diesen Bildern, um sie Jesus zu Füßen zu legen. Am späten Abend geht nämlich die große Karfreitagsprozession über die Teppiche drüber:P1180031P1180069P1180055P1180167P1180053P1180046P1180158Das ganze ist natürlich ein Riesenspektakel. Im Laufe des Nachmittags drängen sich immer mehr Schaulustige in der kleinen Straße und im Gegensatz zur asketischen Karfreitagstradition in Deutschland wird hier auch gut gegessen und viel getrunken:P1180156P1180112 P1180108Sehr häufig sieht man in Nicaragua Leute, die mit Strohhälmen aus Plastiktüten trinken. Man füllt die Softdrinks aus großen Flaschen ab und verkauft die kleinen Portionen in Tüten. Eine andere Geschäftsidee ist, eine große Pizza zu kaufen und sie auf der Straße in einzelnen Stücken weiterzuverkaufen:P1180113P1180115P1180116
Hier kann man gekochte Bohnen und Brennholz kaufen – und natürlich gibt es auch Souvenirs:P1180032Sie hat sich schon fein gemacht für den Abend:P1180170
Er ist in all dem Trubel beim Brötchenessen eingeschlafen:P1180079

Ostersamstag und Ostersonntag verbrachten wir dann erholsam am Strand in Las Peñitas im sehr empfehlenswerten Aaki Hotel: P1180282P1180204P1180211P1180293P1180301Irgendwie hat sich in dieses nicaraguanische Strandkaff ein deutsches Feuerwehrauto der Marke „Industrieverband Fahrzeugbau der DDR“ mit Hamburger Kurzzeitkennzeichen verirrt:P1180287

Die Touristenhochburg des Landes ist die Stadt Granada am Nicaragua-See – und zwar zu Recht, denn dieses wundervolle Kolonialstädtchen ist an sich schon fast die Reise wert:P1180393P1180390

P1180517P1180422P1180421Was wirft einen viereckigen Schatten?

Neben viereckigen Baumschatten gibt es jede Menge zu entdecken, wie z. B. Kunst und Kunsthandwerk …P1180476P1180470P1180453P1180448
… eine Hängemattenwerkstatt …P1180407P1180404P1180406… traditionelle Transportmittel und ungewöhnliches Transportgut …P1180556P1180567… schöne Hauseingänge und Innenhöfe …P1180641
… Käse- und Sahnegeschäfte, die leider keinen Käse und keine Sahne haben …P1180768
… Essig in Plastiktüren und eingelegte Zwiebeln aus großen Bottichen auf dem Markt …P1180636P1180637… die Druckwerkstatt im Casa de los tres mundos …P1180524… und eine sehr interessante Fahnenkombination: Staatsflagge Nicaraguas + Staatsflagge des Vatikans + schwarz-rote Flagge der sozialistischen FSLN:P1180544

An einer Ecke ganz in der Nähe unseres Ferienhauses sah ich eine ältere Straßenhändlerin mit blauem Stuhl und blauem Schrank, die mir irgendwie bekannt vorkam:P1180402Bitte hier klicken: https://de.wikipedia.org/wiki/Nicaragua#Wirtschaft

Ganz in der Nähe von Granada liegen im Nicaragua-See hunderte von kleinen Inseln, die sog. „Isletas“. Auf einigen von ihnen haben sich die obersten 0,1% ihre Ferienhäuser gebaut: P1180672 P1180694 P1180697 P1180725Leider hat Nicaragua aber auch ein gravierendes Müllproblem. Überall, ob in den Städten oder entlang der Landstraßen oder – wie hier – am Seeufer sammelt sich Plastikabfall und niemand kümmert sich darum:P1180762

Etwa eine halbe Stunde von Granada entfernt befindet sich der Vulkan Masaya. Das Besondere an diesem Vulkan ist, dass man mit dem Auto bis zum Gipfel fahren und dann oben in den Krater reinschauen kann:P1180571 P1180574

Ebenfalls in der näheren Umgebung von Granada liegt die Laguna de Apoyo … P1180593… und Niquinohomo, der Geburtsort des allgegenwärtigen nicaraguanischen Nationalhelden Augusto Cesar Sandino. Dort kann man das Haus besichtigen, in dem er aufgewachsen ist und natürlich gibt es eine riesige Statue:P1180615P1180614Wer mit einem 40-Fuß-Container angereist ist, kann im Dorf Catarina nette kleine Baumscheiben erwerben:P1180606P1180608

Im Gegensatz zu León und Granada zieht die Hauptstadt Managua nur wenige Touristen an und man merkt auch relativ schnell warum. Managua wurde 1972 von einem Erdbeben fast völlig zerstört. Als Mahnmal dafür hat man die zerstörte Kathedrale stehen lassen:P1180840Es gibt also kein historisches Zentrum, keine gewachsenen Strukturen, sondern viele breite Straßen, hunderte überdimensionierte Werbetafeln und Geschäftshäuser wechseln sich mit Bretterbudensiedlungen ab. Man muss Managua allerdings zugute halten, dass es relativ grün ist. Außerdem gibt es mehrere tausend bunt gestrichene Bäume aus Metall, die die Präsidentengattin und Vizepräsidentin Rosario Murillo hat aufstellen lassen. Die meisten Menschen in Nicaragua sehen darin zu Recht eine sinnlose Geldverschwendung. Andererseits gibt es aber auch interessante Ansichten:P1180824 P1180826Auf einem Hügel mitten in der Stadt thront Sandinos Silhouette:P1180811

Zum Schluss darf natürlich die Kategorie „Hinten mitfahren“ nicht fehlen. Wir haben noch in keinem Land so viele Hintenmitfahrer wie in Nicaragua gesehen. Deshalb hier nur eine kleine Auswahl:P1180377P1180371P1180375P1180024P1170618An den Bussen hängen oft professionelle Hintenmitfahrer. Sie öffnen die Türen und kümmern sich um die Be- und Entladung – auch während der Fahrt.P1170632
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Und ganz zum Schluss noch einige unzusammenhängende Eindrücke …P1170969P1170709P1170830P1180418P1170869P1180388P1170669P1180015P1170636

Bogotá

Auf dem Weg nach Nicaragua hatten wir einen Tag Aufenthalt in Bogotá. P1170483Wir verbrachten einen Nachmittag in der Stadt und besuchten das berühmte Goldmuseum, das unzählige Schmuckstücke der verschiedenen präkolumbianischen Kulturen des ganzen Landes präsentiert:P1170521 P1170499 P1170500 P1170505 P1170516 P1170517

Paragliding als Zuschauer

Unsere Kollegin Kerstin hatte zum Geburtstag ein Paragliding-Tandem geschenkt bekommen. Die Paraglider starten auf dem Bergrücken zwischen Lumbisí und Quito. Wir durften mit hochfahren und die Aussicht von oben genießen. Auf der einen Seite die Stadt …
P1170348 P1170350 P1170352 P1170355… und auf der anderen Seite das Tal …P1170268 P1170279P1170346P1170284 P1170323P1170281Mit dem Zoom am Anschlag konnte man sogar unser Haus erkennen (mitte rechts im Bild).

Fastnacht in Ambato

Gut zwei Stunden südlich von Quito liegt die Stadt Ambato. Sie ist bekannt für die „Fiesta de las Flores y las Frutas“, die an Fastnacht stattfindet. Highlight der Festwoche ist ein Umzug mit Motivwagen, die reichlich mit Blumen und Früchten verziert sind und von einer oder mehreren Schönheitsköniginnen gekrönt werden:P1160478P1160530 P1160490 P1160720Die Pickelhauben gelten übrigens nicht als Verkleidung, sondern gehören zur offiziellen Ausgehuniform einer in Ambato stationierten Einheit der ecuadorianischen Armee.P1160689 P1160707P1160635P1160742P1160761Zwischen den Wagen präsentieren sich die – meist sehr bunten – Tanzgruppen:P1160542 P1160576 P1160595P1160656P1160735Man sollte sich auf jeden Fall einen Stuhl reservieren, denn die Gehwege werden dicht an dicht bestuhlt. Man kann sich also nicht einfach an den Straßenrand stellen. In unserem Fall hat das Hotel Stühle für die Gäste rausgestellt.P1160429P1160426Hier lagert die Plastikstuhlreserve.P1160983P1170014Sobald der Umzug zu Ende ist, geht die Schaumschlacht los. Mit sog. Carioca (Sprühschaum aus Dosen) wird bis zur völligen Verschäumung gekämpft. Wer nicht nass werden will, sollte sich schnell in einem Restaurant oder im Hotel in Sicherheit bringen und beim Autofahren die Fenster geschlossen halten.P1170005P1170022Am Rosenmontag gab es dann auch noch einen nächtlichen Umzug mit den gleichen, diesmal aber beleuchteten Motivwagen und den gleichen, diesmal aber eher brasilianisch-karnevalesk gekleideten „Reinas“ und „Misses“:
P1170162 P1170170 P1170181Im Museum am Hauptplatz gab es auch einige Blumenkreationen zu bewundern:P1170121 P1170129

Neben dem Karnevalstreiben gab es eine Vielzahl von Konzerten und Events in der Stadt, wie z. B. eine Meerschweinchen-Show. Hier präsentierten die Züchter ihre Prachtexemplare in maßgeschneiderten Kostümen:P1170089P1170079 P1170083 P1170085 P1170088

P1170140Historisch gesehen ist Ambato bekannt als Heimatstadt des politischen Schriftstellers Juan Montalvo, der im 19. Jahrhundert – meist aus dem Exil – gegen die konservativ-autoritäre Herrschaft des Präsidenten Garcia Moreno anschrieb. Heute kann man sein Haus und sein Mausoleum besuchen.P1170143Ambato wurde 1949 von einem Erdbeben fast völlig zerstört und heute dominieren architektonische Missgriffe in allen Variationen die Stadt. Die bauliche Tristesse wird allerdings von einigen sehr eindrucksvollen Fassadengemälden durchbrochen:P1160984P1170003 P1170004P1170001Auch die Kathedrale ist noch ganz interessant:P1170067Und die Zuckerwatteverkäufer sorgen für Farbtupfer im Stadtbild:P1170119Viva Ambato!P1170103P1170063

Der Heimweg war auch wieder sehr interessant … hinten mitfahren!P1170192 P1170195 P1170197 P1170199 P1170203 P1170208

Mexiko

P1150048Nachdem wir die letzten beiden Jahreswechsel in Kuba verbracht hatten, war in diesen Weihnachtsferien Mexiko unser Ziel. Zuerst blieben wir einige Tage in Mexiko-Stadt, bevor wir nach Yucatán weiterreisten.

In Mexiko-Stadt ist am ersten Weihnachtstag viel los:P1150044Die Gebäude rund um den Zócalo, den Hauptplatz, sind festlich geschmückt.P1150081P1150076Und alle Leute haben stift- oder kerzenförmige Luftballons und werfen sie in die Luft:P1150069P1150061In Mexiko-Stadt weiß man gar nicht, wo man mit der Besichtigungstour anfangen soll, denn es gibt unzählige Museen, Bauwerke, Plätze und Stadtviertel, dass man hier eigentlich auch problemlos zwei Wochen verbringen könnte.

Unser erstes Ziel war der Palacio de Bellas Artes, ein prachtvolles Art Déco-Gebäude, das als Ausstellungsraum und Theater dient:P1150148
P1150129 P1150157 P1150149Im Palacio de Bellas Artes gibt es auch ein Werk eines der berühmtesten Künstler Mexikos, Diego Rivera, zu sehen. Das Wandgemälde heißt „Der Mensch am Scheideweg/Der Mensch kontrolliert das Universum“:P1150162Diego Rivera hat aber auf der anderen Seites des Parks Alameda, an dem auch der Palast der Schönen Künste steht, sein eigenes Museum. Dies beherbegt vor allem sein Panorama der mexikanischen Geschichte und Gesellschaft („Sueño de una Tarde Dominical en la Alameda Central“):P1150102Heutzutage ist allerdings Diego Riveras dritte und vierte(!) Frau, Frida Kahlo, wesentlich berühmter als er.P1150347Frida Kahlo lebte im Stadtteil Coyoacán. Man kann das Haus besichtigen, in dem sie aufgewachsen ist und in dem sie lange Zeit gelebt hat. Ihr Atelier, ihre Möbel und viele persönliche Dinge sind noch vorhanden:P1150286P1150284P1150281In der Hochsaison sollte man allerdings die Eintrittskarten im Internet bestellen, sonst steht man zwei Stunden in der Schlange:P1150273Von 1937 bis 1939 beherbergten Frida Kahlo und Diego Rivera Leo Trotzki in ihrem blauen Haus, der 1929 die Sowjetunion hatte verlassen müssen. Wegen einer Affäre mit Frida Kahlo soll es zum Zerwürfnis zwischen Trotzki und Rivera gekommen sein, so dass Trotzki ein paar Straßen weiter ein eigenes Haus bezog. Dort wurde er im August 1940 von einem Agenten Stalins erschlagen. Die Einrichtung des Hauses ist fast vollkommen erhalten:P1150269 P1150261 P1150259 P1150256

Die Stadt Mexiko wurde auf der alten Hauptstadt der Azteken, Tenochtitlan, errichtet. Die Spanier haben zwar von den Gebäuden Tenochtitlans nichts übrig gelassen, doch Archäologen haben direkt neben dem Hauptplatz die Grundmauern des Templo Mayor, also des Großen Tempels, ausgegraben:P1150194
Im dazugehörigen Museum kann man die Darstellung eines Tzompantli sehen. Das war eine Art Regal, auf dem Schädel der getöteten Feinde oder geopferter Personen präsentiert wurden:P1150212

Die Aztekenhauptstadt Tenochtitlan lag auf einer Insel in einem Kratersee. Die Spanier füllten den See auf und bauten darauf ihre Stadt. Diese ist mittlerweile zu einer der größten Städte der Welt angewachsen, doch der Untergrund ist für dichte Besiedlung und schwere Bebauung eigentlich nicht geeignet. Deshalb sieht man überall schiefe Gebäude:
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Sehr spannend ist auch die mexikanische Volkskunst, wie sie beispielsweise im Museo de Arte Popular gezeigt wird:P1150445 P1150440 P1150439 P1150437 P1150427 P1150415 P1150414 P1150413

Außerdem gab es …P1150181P1150176… aztekische Reinigungsrituale …P1150230… ein Tequila-Museum …P1150228 … Druckerwerkstätten unter freiem Himmel …P1150089… und den Popocatepetl (glauben wir jedenfalls) in der Ferne.

Etwa 50 km von Mexiko-Stadt entfernt liegt Teotihuacán, eine der bedeutendsten archäologischen Stätten Mexikos. Die Blütezeit der Stadt lag zwischen 100 und 650 n. Chr. Über die Bewohner weiß man sehr wenig, da bereits die Azteken die Anlage leer vorgefunden haben und es keine schriftlichen Überlieferungen gibt. Man schätzt, dass in Teotihuacán bis zu 200.000 Menschen gelebt haben.
Die Sonnenpyramide …P1150399… ist mit einer Seitenlänge von 225 m und einer Höhe von 65 m die drittgrößte Pyramide der Welt und man kann sie sogar besteigen.P1150367Der Blick von der Sonnenpyramide:P1150371P1150370Aber auch die kleinere Mondpyramide ist eindrucksvoll: P1150377
Am 29. Dezember flogen wir von Mexiko-Stadt nach Cancún, um von dort aus die Halbinsel Yucatán zu erkunden. Die Region ist vor allem interessant wegen der vielen Maya-Stätten. Die Kultur der Maya erstreckte sich über den Südosten Mexikos, Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador. Die Stätten in Yucatán stammen vor allem aus der Zeit zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert n. Chr.
Die bekannteste Maya-Anlage überhaupt ist wohl Chichén Itzá:P1150826P1150862P1150866Neben der weltberühmten Kukulcán-Pyramide zeiht vor allem das riesige Ballspielfeld das Interesse der Touristenströme auf sich:P1150889 P1150885 P1150879Der 3-4 kg schwere Ball durfte nur mit Schultern, Brust und Hüfte (nach anderen Quellen auch noch mit dem Knie) gespielt und sollte durch den hoch oben an der Mauer angebrachten steinernen Ring geschossen werden. Man kann sich kaum vorstellen, dass es angesichts dieser Schwierigkeiten „torreiche“ Partien gab. Auf Reliefs findet man Darstellungen von Hinrichtungen im Zusammenhang mit den Ballspielen. Es ist jedoch nicht sicher belegt, ob es die Gewinner oder die Verlierer traf.P1150924 P1150923 P1150917P1150835Wer sich für alte Kulturen nicht so interessiert, kann in Chichén Itzá aber auch den Verrenkungen der Zeitgenossen zuschauen, die für ihr Facebook-Selbstbildnis mit Weltkulturerbe-Hintergrund die richtige Position suchen:P1150910P1150913P1150905Wem auch das irgendwann zu blöd wird, der kann an den gefühlten 5000 Souvenirständen auf der Anlage seine Pesos unters Volk bringen und stolzer Besitzer von Sombreros oder Kühlschrankmagneten werden:P1150897 P1150893

Nicht so bekannt und vielleicht noch eindrucksvoller ist die Maya-Stätte Uxmal südlich von Mérida. Dort dürfen Souvenirverkäufer nicht auf das Gelände, so dass hier eine ganz andere Atmosphäre entsteht. Außerdem kommen viel weniger Touristen nach Uxmal, weil es nicht mehr im Einzugsgebiet der Tagestouren von Cancún liegt.P1150688P1150602P1150623P1150683P1150681P1150642P1150635

In der Nähe von Mérida kann man auch interessante Haciendas besichtigen. Das Gebiet war einmal bekannt für den Anbau von Henequén – bei uns bekannt unter dem Namen des damaligen Hauptausfuhrhafens: Sisal. Aus dieser Agavensorte stellte man Fasern her, die wiederum vor allem zu Seilen verarbeitet wurden. Von Mitte des 19. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts profitierten die Großgrundbesitzer der Region vom Sisal-Boom, der allerdings in den 1960er Jahren durch die Verbreitung der Kunstfaser abrupt beendet wurde. Auf der Hacienda Sotuta de Péon … P1150732… kann man heute noch mit der Pferdebahn durch die Plantagen fahren …P1150787 … und den Produktionsprozess live miterleben:P1150758P1150764P1150760P1150768

Außerdem befindet sich auf dem Gelände der Hacienda ein Cenote. Cenotes sind meist wassergefüllte Kalksteinlöcher bzw. -höhlen, dies es in Yucatán zu hunderten gibt. In einigen kann man auch schwimmen:P1150989P1150972P1150900

Yucatán hat natürlich auch schöne Kolonialstädte zu bieten, wie etwa Izamal, dessen Innenstadt komplett in gelb gehalten und von einer weitläufigen Klosteranlage geprägt ist:P1150519P1150546P1150549

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Highlight für Touristen ist die Kutschfahrt mit behütetem Gaul:P1150524P1150526 P1150525 P1150521Auch interessant in Izamal waren …P1150538… die bunten Fliesenböden … P1150537… und das Leuchtschild im Wartezimmer …P1150528… und der Umzugswagen.

Der Restaurant-Tipp für Izamal lautet „Kinich“: P1150487 P1150488Dort gibt es hervorragende Maya-Küche zu kleinen Preisen in tollem Ambiente. Oben sieht man die traditionelle Herstellungsweise der Tortilla, darunter einen sog. café de olla, ein mit Zimt und anderen Gewürzen versetzter Kaffee, der in der Region getrunken wird.

Originelle Sakralarchitektur gibt es im Dörfchen Uayma bei Valladolid zu bewundern. Der Saarländer sagt: „Et es emo ebbes anneres [mit positiver Betonung!]“:P1160011  P1160006 P1160002Auch nett – die Häuser am Kirchplatz:P1160010

Ein Highlight auf der „Maya-Route“ ist sicherlich Tulum. Die Ruinenstadt ist zwar von den Bauwerken her lange nicht so spektakulär wie viele andere, aber ihre Lage am türkisfarbenen karibischen Meer deutlich spektakulärer. Trotz Touristenströmen noch ein beeindruckender Anblick:P1160040P1160054P1160046P1160068P1160077

Zum Abschluss unserer Rundfahrt waren wir noch kurz am Strand in Akumal …P1160120… und in Cancún:P1160146

La Montaña

An Manus Geburtstag haben wir einen Wochenendausflug in die Nähe von Baños gemacht. Wir haben uns im kleinen Hotel „La Montaña“ in den Bergen oberhalb des Ortes Patate einquartiert. Auf dem Weg dorthin haben wir zuerst in Latacunga Station gemacht:P1140749P1140729
Dort wurde gerade die Weihnachtsbeleuchtung aufgehängt …    P1140744… und die Krippenfiguren waren noch eingepackt:P1140736Und es gibt Geschäfte für traditonelle Bekleidung:P1140730Auf dem Weg zum Hotel bzw. von dort aus hat man – bei klarem Wetter – einen herrlichen Blick auf den Chimborazo … P1140789 P1140791… und auf den Tungurahua …P1140787P1140800… und wenn man ganz genau hinschaut, dann erkennt man hinter dem Tungurahua sogar den schneebedeckten Altar:P1140801Beim Blick auf den Ort Patate fällt vor allem die architektonisch eigenwillige Kirche auf:P1140793Samstags sind wir nach Baños gefahren:P1140848P1140867 P1140859 P1140857P1140852P1140855

In der Nähe des Hotels kann man eine schöne Wanderung zum Wasserfall Mundug machen:P1140828P1140832

Besonders ergiebig war dieser Ausflug für die Kategorie „Hinten mitfahren“:P1140766P1140769P1140770P1140914 P1140915P1140785

Fiestas de Quito/Nikolaus

Der 6. Dezember ist für Deutsche, die in Ecuador leben, ein doppelter Feiertag. Es ist Nikolaus …
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… und Fiestas de Quito. Dann gibt es in der Schule immer ein kleines Fest für alle Kollegen. Diesmal kam die Banda del Pueblo (dt. Blaskapelle) aus Lumbisí:P1140710Und Maristela hat ihren ersten Kuchen selber dekoriert:P1140670

Irrungen und Wirrungen der Orthographie

P1140620Findet man in diesem Restaurant wohl eine ecuadorianische Cousine … oder doch eher die Haute Cuisine?

P1140621Für Spanischmuttersprachler sind „b“ und „v“ lautlich nicht zu unterscheiden. Beide Buchstaben werden mehr oder weniger gleich ausgesprochen. In der Schriftsprache allerdings macht es schon einen Unterschied. „Botar“ heißt hinwerfen/wegwerfen. „Votar“ heißt wählen. Hier steht also wörtlich übersetzt:

„Bitte, es ist verboten, Müll zu wählen.“

Man kann annehmen, dass es eigentlich nicht als politisches Statement gedacht war.